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Vindobona-DVD: Von Aquädukten, Thermen und Latrinen

05.01.2006 | 15:15 Uhr |

Die Macher von "Vindobona Österreichischer Limes Teil 1" haben jetzt den zweiten Teil ihrer Multimedia-Reihe zum antiken Wien vorgestellt. Anders als die erste Folge auf CD kommt Teil II auf einer Film-DVD. Das Ergebnis ist mehr als beeindruckend: Ein echter Leckerbissen für archäologisch und (technik)-geschichtlich Interessierte.

Im zweiten Teil" Vindobona II - Wassertechnik des antiken Wiens" dreht sich alles um die Wasserversorgung von Vindobona, dem antiken Vorläufer des heutigen Wien. Beginnend mit der Wasserleitung, die das kostbare Nass von den Quellen ins römische Legionslager brachte, über die diversen Pumptechniken und Verwendungszwecke wie Thermen und Latrinen bis hin zur Abwasserentsorgung informiert die ausgesprochen gelungene Film-DVD.

So erfahrt der Betrachter, wie die Römer die Wasserleitungen bauten, welche Techniken und Materialien zum Einsatz kamen und wie die Römer es schafften, dass über viele Kilometer ein durchschnittliches Gefälle von 0,3 Prozent eingehalten wurde. 4,3 Millionen Liter Wasser pro Tag flossen durch die großenteils unter der Erde verlegten Leitung, die das römisches Legionslager, das im heutigen ersten Wiener Bezirk lokalisiert wurde, zu versorgen.

Die DVD besteht durchwegs aus hervorragend gemachten animierten 3D-Szenen, Querschnitten und Grundrisszeichnungen. So wird die antike Technik auch für weniger versierte Betrachter anschaulich und nachvollziehbar.

Beispielsweise schauen Sie in einer Szene einem römischen Vermesser über die Schulter.

In einer anderen Szene beobachten Sie einen Handwerker, wie er Bleirohre herstellt. Denn Blei war das übliche Material für die Anschlussrohre in den Häusern. Zwar wusste man bereits in der Antike von der Giftigkeit dieses Metalls. Doch ließ es sich einfach zu gut verarbeiten: Hier siegte die Bequemlichkeit über das Gefahrenbewusstein – nichts anders als so manches mal auch in unseren Tagen…

An einigen Stellen erinnert uns der Film an den Physikunterricht. Wenn beispielsweise das Prinzip der kommunizierenden Röhren Pate stand für die Vorgehensweise der Römer beim Überwinden und Tälern und Bergen.

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