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Vier britische Atom-U-Boote laufen noch mit Windows XP

29.01.2016 | 10:31 Uhr |

Großbritanniens Atom-U-Boote mit interkontinentalen Atom-Raketen an Bord kreuzen mit Windows XP an Bord durch die Weltmeere. Ersatz ist erst für 2028 geplant.

Großbritannien besitzt Atomwaffen. Dabei handelt es sich um Trident-II-Raketen, die auf vier Atom-U-Booten stationiert sind. Die Trident-Raketen entwickelten die USA, die 64 Exemplare an Großbritannien verleast haben.

Die vier Atom-U-Boote mit den atomaren Interkontinentalraketen an Bord heißen HMS Vanguard, Victorious, Vigilant, und Vengeance; sie sind in Schottland stationiert. Die vier U-Boote sind aber nicht zeitgleich im Einsatz, mindestens ein U-Boot wird immer gewartet und nur ein einziges ist zur atomaren Abschreckung tatsächlich mit Trident-Atom-Raketen auf den Weltmeeren unterwegs. Atomreaktoren treiben alle vier U-Boote an. Die U-Boote können theoretisch nahezu unbegrenzt untergetaucht fahren und besitzen zur Verteidigung gegen andere U-Boote Torpedos.

Eines haben alle vier Atom-U-Boote gemeinsam: Sie verwenden Windows XP, wie The Guardian berichtet. Die britische Regierung gab die vier U-Boote in den 1990ern in Auftrag. Windows XP wurde dann später als Betriebssystem installiert, weil es preiswerter als andere Betriebssysteme war.

Von Windows 1 bis 10: Die Geschichte von Windows

Diese spezielle Windows-XP-Variante soll unter der Bezeichnung "Windows for Submarines" (U-Boote) laufen. Bekanntlich stellt Microsoft seit April 2014 keine Sicherheits-Updates mehr für Windows XP bereit. Das Windows XP auf den waffenstarrenden U-Booten ist also gegen neu entdeckte Sicherheitslücken und Malware ungeschützt.

Nun gibt es für Großkunden und Staatliche Einrichtungen durchaus Möglichkeiten für Windows XP auch weiterhin Support von Microsoft zu bekommen. Die US-Marine zum Beispiel hat einen speziellen Wartungsvertrag mit Microsoft abgeschlossen, um für ihre Windows-XP-Rechner weiterhin Sicherheits-Updates zu bekommen. Doch für die britische Marine ist nichts von einem ähnlichen speziellen Wartungsvertrag bekannt. Das britische Verteidigungsministerium soll gegenüber dem Guardian lediglich betont haben, dass die U-Boote sicher seien. Die U-Boote würden isoliert operieren, womit vermutlich gemein ist, dass sie nicht mit dem Internet verbunden sind.

Großbritannien will die alten U-Boote zwar durch neue U-Boote ersetzen. Doch mit deren Indienststellung wird erst für das Jahr 2028 gerechnet. So lange wird die britische Marine hoffentlich nicht mit einem Windows-Update warten…

Windows-Oldies kommen immer noch bei etlichen Einrichtungen zum Einsatz. So legte zum Beispiel der Ausfall eines Windows-3.1-Rechners einen Pariser Flughafen lahm.

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