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Viele Unternehmen zeigen Windows XP die kalte Schulter

08.10.2001 | 13:20 Uhr |

Microsoft ist fest entschlossen, seinem neuen Betriebssystem-Sprößling zum Erfolg zu verhelfen. Eine eine Milliarde Dollar teure Marketing-Kampagne soll Windows XP den Durchbruch ermöglichen. Doch viele Unternehmen denken gar nicht daran, auf Windows XP umzusteigen.

Microsoft ist fest entschlossen, seinem neuen Betriebssystem-Sprößling zum Erfolg zu verhelfen. Eine eine Milliarde Dollar teure Marketing-Kampagne soll Windows XP den Durchbruch ermöglichen. Doch viele Unternehmen denken gar nicht daran, auf Windows XP umzusteigen.

Unser Schwestermagazin Computerworld befragte im Rahmen einer Studie 200 IT-Manager und Entscheidungsträger in den USA. 52,5 Prozent von ihnen planen keinen Umstieg auf Windows XP. Weitere 25 Prozent sind noch unentschieden.

Der Hauptgrund für das Desinteresse an Windows XP: Viele Unternehmen steigen gerade erst auf Windows 2000 um. Außerdem sehen zahlreiche Unternehmensführer keine Notwendigkeit für einen Wechsel zu Windows XP, da sie dessen neue Features nicht benötigen. Und natürlich schrecken viele auch vor den Kosten zurück.

Windows XP kommt für viele Firmen zu früh. Das meint David Meyer, Senior Architect bei Johnson Controls. Sein Unternehmen steigt mit seinen 40.000 Benutzern gerade auf Windows 2000 um. Die Budgets der IT-Abteilungen sind derzeit ziemlich ausgeschöpft. Aus diesem Grund wird jede Neuanschaffung und jeder kostspielige Wechsel des Betriebssystems sorgfältig abgewogen.

Ein namentlich nicht genannter Senior Computer Specialist einer großen US-Universität bringt die Meinung vieler Unternehmen und Institutionen auf den Punkt: "Es gibt keinen wirklich überzeugenden Grund, warum man sich die Anstrengung eines Umstiegs von Windows 2000 zu Windows XP aufhalsen sollte".

Microsoft hofft natürlich auf einen Meinungswechsel in den Entscheiderebenen der Unternehmen - das Marketing soll es richten. Charmaine Gravning, Produkt-Managerin bei der Redmonder Software-Schmiede, glaubt, dass vielen PC-Benutzern die Vorteile von XP noch nicht bekannt seien, weil die Marketing-Kampagne noch nicht angelaufen sei. Noch immer würden Windows 95, 98, und NT 4.0 auf vielen PCs zum Einsatz kommen. Hier würde ein Wechsel zu Windows XP große Vorteile bringen. Allerdings vergisst Gravning darauf hinzuweisen, dass gerade alte Windows 95, 98 und NT-Rechnern über ungenügende Hardware-Ressourcen für die Installation von Windows XP verfügen würden. Microsoft empfiehlt für Windows XP einen 300-Megahertz-Prozessor und 128 Megabyte Arbeitsspeicher.

Bei einigen Firmen muss sich Charmaine Gravning in Geduld fassen. Zwar fassen einige Unternehmen einen Wechsel auf Windows XP ins Auge, alleridngs nicht vor 2003. Gerade Unternehmen und Einrichtungen, bei denen die Sicherheit und Zuverlässigkeit über alles geht, warten zunächst ab. Chris Plaisance, Applications Manager beim Community Health Care Wausau Hospital in Wisconsin, teilte mit, dass sein Arbeitgeber grundsätzlich zwei Jahre wartet, bevor eine neue Technologie eingesetzt wird.

Windows XP: Pro und Contra (PC-WELT Online, 06.10.2001)

Aheads Nero 5.5.5.1 - optimierte Version für Windows XP (PC-WELT Online, 04.10.2001)

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