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Videospiel-Verbot im Gefängnis

05.06.2002 | 13:15 Uhr |

Gefängnisinsassen haben in der Regel viel Zeit. Und sie nutzen diese Zeit wohl auch gern für gewaltgeladene Videospiele. In Australien ist dies jetzt in die Diskussion geraten. Die Regierung des Bundesstaats Victoria hat Video- und Konsolenspiele aus den staatlichen Gefängnissen verbannt und wartet das Ergebnis eines psychologischen Gutachtens ab. Darin soll jedes einzelne Spiel auf seine möglichen Auswirkungen auf die Insassen untersucht werden.

Gefängnisinsassen haben in der Regel viel Zeit. Und sie nutzen diese Zeit wohl auch gern für gewaltgeladene Videospiele. In Australien ist dies jetzt in die Diskussion geraten. Die Regierung des Bundesstaats Victoria hat Video- und Konsolenspiele aus den staatlichen Gefängnissen verbannt und wartet das Ergebnis eines psychologischen Gutachtens ab. Darin soll jedes einzelne Spiel auf seine möglichen Auswirkungen auf die Insassen untersucht werden, wie aus einem Bericht von Australian IT hervorgeht.

Polizei-Minister Andre Haermeyer gab diese Entscheidung bekannt, nachdem die in Melbourne erscheinenden Zeitung Herald Sun berichtet hatte, dass Gefängnisinsassen Videospiele wie zum Beispiel Grand Theft Auto 3, Carmageddon oder Street Fighter mit gewalttätigen Szenen spielten. Offensichtlich hatten die Justizvollzugsbeamten selbst die Spiele nicht bemerkt oder nichts Bedenkliches an ihnen gefunden.

In den kritisierten Spielen geht es unter anderem um Mord und Bandenkriege. Außerdem werden Gebäude in die Luft gesprengt, Passanten umgefahren und Menschen verprügelt. Knackies brechen aus dem Gefängnis aus und müssen vor der Polizei in halsbrecherischen Verfolgungsjagden fliehen. Diese Art von Abwechslung erschien den Verantwortlichen in Australien dann doch ungeeignet für Inhaftierte.

Durch gewalttätige Szenen könne das Verhalten der Gefängnisinsassen negativ beeinflusst werden, wie Haermeyer meinte. Deshalb sollen jetzt Psychologen jedes einzelne Spiel unter die Lupe nehmen. Nur wenn diese ein Spiel für unbedenklich erklären, darf es wieder hinter schwedischen Gardinen gespielt werden. Die Justizvollzugsbeamten haben mittlerweile mit der Beschlagnahme der fraglichen Spiele und Konsolen begonnen. Aus dem Bericht geht jedoch nicht hervor, was die Beamten mit den konfiszierten Spielen machen. Möglicherweise dringen ja bald die Geräusche von quietschenden Reifen, ratternden Maschinenpistolen und schreienden Menschen aus den Büros der Gefängniswärter.

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