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Video-Spiele verderben Mädchen

14.12.2000 | 16:55 Uhr |

"Children Now" hat die zehn meistverkauften Spiele bekannter Video-Konsolen untersucht. Im Detail weist die amerikanische Organisation nach: Weibliche Figuren zeigen zu viel nackte Haut und haben oft übertrieben dargestellte Proportionen. Das soll einen schlechten Einfluss auf Mädchen haben.

Die amerikanische Organisation "Children Now" hat die zehn meistverkauften Spiele für Video-Konsolen von Sony, Sega und Nintendo unter die Lupe genommen. Knapp die Hälfte der untersuchten Titel enthielten weibliche Charaktere, 92 Prozent männliche.

Spiele mit weiblichen Figuren wurden daraufhin näher untersucht. Das Ergebnis: In 38 Prozent aller Fälle wurden Frauen mit entblößten Körperpartien dargestellt. Bei 23 Prozent wurden nackte Brüste festgestellt. 31 Prozent zeigten entblätterte Oberschenkel. 15 Prozent stellten unverhüllte Kehrseiten und 31 Prozent textilfreie Bauchgegenden dar.

Des weiteren stellten die Wissenschaftler in 38 Prozent aller Fälle übernatürlich große Brüste und in 46 Prozent unterdurchschnittlich schmale Hüften fest. Gut die Hälfte der weiblichen Charaktere wurden in Situationen dargestellt, in denen sie kämpfen oder in anderer Art und Weise Gewalt anwenden mussten.

Die Forscher kommen nun zu dem Schluss, dass eine derartige Darstellung der Frauen negativen Einfluss auf die Konsumentinnen haben kann. "Diese ungesunden Botschaften, die Mädchen und Jungen von diesen Produkten aufnehmen, beeinflusst sie dahingehend, wie Mädchen aussehen oder sich verhalten sollen", so Lois Salisbury, Präsidentin von Children Now.

In der letzten Studie haben die Forscher von Children Now festgestellt, dass zwei von drei befragten Mädchen so aussehen möchten, wie eine Darstellerin einer TV-Serie. Gut ein Drittel der Befragten habe sogar bereits etwas an ihrem Äußeren geändert, um dem Idol nachzueifern.

Die Organisation fordert spezielle Spiele für Mädchen, die sie beschäftigen und herausfordern und keine "Girlie-Versionen" von Spielen, die ursprünglich für männliche Konsumenten konzipiert wurden. (PC-WELT, 14.12.2000, mp)

www.childrennow.org: Weitere Details zur Studie

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