Verwaiste Zombies

Bredolab-Botnetz dicht gemacht

Freitag den 29.10.2010 um 19:03 Uhr

von Frank Ziemann

Warnseite für Bredolab-Opfer
Vergrößern Warnseite für Bredolab-Opfer
© 2014
Die niederländische Polizei hat in dieser Woche knapp 150 Server vom Netz genommen, die zur Steuerung eines Bredolab-Botnetzes dienten. Die Benutzer infizierter Rechner sollen mit Warnmeldungen informiert werden.
In den Niederlanden ist die technische Operationsbasis eines Bredolab-Botnetzes ausgehoben und das Botnetz damit still gelegt worden. Nach Angaben der niederländischen Polizei (KLPD) wurden bei dem Provider LeaseWeb 143 Server beschlagnahmt und vom Netz genommen. Sie sollen ein Botnetz   mit bis zu 30 Millionen infizierten Rechnern, so genannten Zombies, kontrolliert haben.

Bredolab ist eine komplexe Bot-Familie, die in immer neuen Varianten via Drive-by Downloads und Spam-Mails unters Volk gebracht worden sind. Das nunmehr still gelegte Botnetz diente dem millionenfachen Versand von Spam sowie der Verbreitung betrügerischer Schutzprogramme, so genannter Scareware. Doch es gibt mehr als nur ein Bredolab-Botnetz, etliche andere bleiben aktiv.

Die Täter hinter diesem Botnetz sind nicht festgenommen worden – mit Ausnahme eines 27-jährigen Mannes, der in Armenien verhaftet werden konnte. Er steht unter dem dringenden Verdacht einer derjenigen zu sein, die das weltweit verteilte Botnetz betrieben haben.

Die niederländischen Behörden wollen die Bredolab-Opfer darüber informieren, dass ihr PC infiziert ist und leiten dazu die verseuchten Rechner auf eine Web-Seite des Innenministeriums  um. Diese gibt auf Englisch und Niederländisch Hilfestellung bei der Beseitigung der Schädlinge. So erhalten Betroffene Links zu Antivirusherstellern, die einen kostenlosen Online-Virenscanner anbieten.

Freitag den 29.10.2010 um 19:03 Uhr

von Frank Ziemann

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