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Verurteilung von Dissidenten: Yahoo erneut in der Kritik

Informationen von Yahoo sollen bei der Verurteilung eines chinesischen Dissidenten zu acht Jahren Gefängnis eine Rolle gespielt haben.

Die Internetfirma Yahoo ist am Donnerstag erneut wegen Vorwürfen der Mithilfe bei der Inhaftierung eines chinesischen Dissidenten ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Bei der Verurteilung des Bürgerrechtlers Li Zhi 2003 wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" zu acht Jahren Gefängnis haben nach Angaben seiner Anwälte Daten über sein Benutzerkonto und Mails eine Rolle gespielt.

Die Menschenrechtsorganisation "Reporter ohne Grenzen" übte scharfe Kritik. Das Internetunternehmen wurde aufgefordert, "eine Liste mit allen Cyber-Dissidenten vorzulegen, bei denen Daten zur Verfügung gestellt worden sind". Yahoo-Sprecherin Maria Osaka konnte sich zunächst nicht zu dem konkreten Fall äußern. Sie verteidigte grundsätzlich die Politik des Unternehmens, sich an lokale Gesetze zu halten, auch wenn diese nicht mit seinen Werten übereinstimmten.

Der chinesische Aktivist Liu Xiaobo, der den Fall enthüllt hatte, warf Yahoo vor, "den Tyrannen zu helfen". Das Internetunternehmen war im November schon kritisiert worden, weil es Benutzerdaten über den chinesischen Autor Shi Tao herausgegeben hatte, der zu zehn Jahren Haft verurteilt worden war. Auch andere Internetfirmen wie Google und Microsoft rücken wegen Ihrer Aktivitäten in China zunehmend in den Mittelpunkt der Kritik, weil sie für chinesische Nutzer selbst Inhalte zensieren und herausfiltern.

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