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Versteigerung von Bootleg-CDs

09.11.2000 | 16:02 Uhr |

Inwiefern sind Online-Auktionshäuser für die Angebote der Verkäufer verantwortlich? Können die virtuellen Handelsplattformen verklagt werden, wenn Dritte über ihre Seiten illegale oder strafrechtlich relevante Produkte anbieten? Ein Gericht in San Francisco hat nun in einem solchen Fall entschieden.

Ein Fan der Gruppe "Grateful Dead" hatte eine Klage gegen eBay eingereicht, da auf den Seiten des Auktionshauses unter anderem illegale Konzertaufnahmen der Gruppe angeboten worden waren. Diese "Bootleg-Aufnahmen" werden zumeist von Konzertbesuchern ohne Genehmigung mitgeschnitten, vervielfältigt und illegalerweise verkauft.

Der Kläger begründete seine Klage mit dem Hinweis, dass es keinem real existierenden Auktionshaus oder Plattenladen erlaubt wäre, solche illegal angefertigten Kopien anzubieten und zu verkaufen.

Die Klage wurde nun von einem Gericht in San Francisco mit der Begründung zurückgewiesen, dass ein Auktionshaus nicht für illegale Angebote auf ihren Seiten verantwortlich gemacht werden könne. Der Richter begründet sein Urteil mit dem so genannten "Communications Decency Act", einem Gesetz, das Online-Anbieter davor schützt, aufgrund von Aussagen oder Angeboten Dritter verklagt zu werden. Der Kläger will gegen das Urteil Berufung einlegen.

Bei einem ähnlich gelagerten Fall klagte eine Mutter gegen AOL. Sie hatte pornografische Bilder ihres kleinen Sohnes auf den Auktionsseiten des Providers entdeckt und diesen verklagt. Auch hier entschied ein Gericht zu Gunsten von AOL. (PC-WELT, 09.11.2000, mp)

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