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PC-User bei Energiesparen oft fahrlässig

01.08.2008 | 14:05 Uhr |

Während IT-Hersteller bereits verbreitet energiesparende Technologien in ihre Geräte verbauen, liegt es auch an den Usern, den Stromverbrauch tatsächlich zu reduzieren.

Neue Produkte werden zwar ab Werk bereits mit entsprechenden Tools ausgeliefert, allerdings werden diese von den Usern einige Monate nach dem Kauf meistens deaktiviert, berichtet Mark Bramfitt, Chef der Comsumer Energy Efficiency Group des US-Energieversorgers Pacific Gas & Electric (PG&E). Das Unternehmen gewährt seinen Großkunden sogar Rabatte, wenn diese Managementprogramme zur Effizienzsteigerung in IT-Systemen einsetzen, berichtet IDG News Service. Auf diese Art sollen die Menschen gedrängt werden, sparsam mit der Energie umzugehen.

"Es gibt eine große Palette an Möglichkeiten, PC-Systeme effizienter zu betreiben. Allerdings ist es schwierig, die User dazu zu bewegen, entsprechende Programme einzusetzen", sagt Bramfitt. Mit Applikationen von Unternehmen wie Faronics oder mit dem Programm Local Cooling von Uniblue könne eine jährliche Ersparnis von 25 bis 30 Dollar pro Desktop-Rechner erreicht werden. "Für große Unternehmen, die Tausende Rechner im Betrieb haben, kann mit diesen Tools rasch eine große Summe an gesparter Energie und natürlich Geld zusammenkommen", erläutert Bramfitt.

Die Energiespartools ermöglichen ein angepasstes Strommanagement. So wird beispielsweise der Monitor nach einigen Minuten der Inaktivität abgeschaltet. Deaktiviert wird außerdem die Festplatte sowie der Prozessor, wenn sich der Rechner im Leerlauf befindet. Allein diese Maßnahmen reduzieren die Leistungsaufnahme des Desktops von 100 auf 40 Watt. Schon in einem Privathaushalt kann ein kleines Programm große Einsparungen bringen. Unternehmen hingegen können auf Tools zurückgreifen, die zentral von der IT-Abteilung aus den Verbrauch der aktiven Rechner steuern. Einige der Powermanagment-Applikationen sind als Freeware erhältlich. Jedoch mache sich selbst eine Investition von 15 bis 20 Dollar pro Rechner rasch bezahlt, meint Bramfitt. PG&E belohnt den Einsatz derartiger Tools mit Rabatten, denn die Reduktion des Verbrauchs bewahrt den Energieversorger auch davor, neue Kraftwerke bauen zu müssen.

Bramfitt fordert jedoch auch die Hersteller auf, sparsame Komponenten zu verbauen. Etwa die Hälfte der Energie werde von ineffizienten Netzteilen verschwendet. Zwar gibt es hier bereits gute Alternativen, allerdings kosten diese Produkte mit 20 Dollar etwa das vierfache von billigen Produkten. Hier liege der Grund, warum viele Hersteller nach wie vor Energieverschwender verbauen, so Bramfitt. Diese Geiz-ist-geil-Mentalität kritisierte auch Bernd Bischoff, CEO von Fujitsu Siemens Computer, im Gespräch mit pressetext. Beim Endkunden sei der Green-IT-Gedanke noch nicht wirklich angekommen, meint Bischoff. Auf der anderen Seite bemühen sich viele PC-Produzenten bereits, lobt der PG&E-Manager. So wurde im Vorjahr die Climate Savers Computing Initiative ins Leben gerufen, die sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2010 eine Energieeffizienz von 90 Prozent zu erreichen. Das soll neben anderen Maßnahmen auch durch die Verwendung stromsparender Netzteile geschehen. (pte)

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