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Verschenkmärkte im Netz boomen

Wohltäter von heute schenken per Internet. Immer mehr Websites bieten die Möglichkeit, Ausgemustertes, das zu schade für den Mülleimer ist, Menschen zu geben, die dafür noch Verwendung finden.

"Ein ausgesprochen schicker, kleiner, kompakter Staubsauger. Bloß, so einen hatte ich schon. Also, kaum gebraucht und funktioniert prima. Abzuholen in Oberursel", schreibt eine Dame aus der Nähe von Frankfurt. Nicht ums Verkaufen, sondern um das Verschenken geht es unter www.de.freecycle.org , einer der größten so genannten Verschenkplattformen. Mehr als 60 solcher losen Zusammenschlüsse von Gebenden und Nehmenden gibt es bundesweit.

"Freecycle ist ideal für diejenigen, die sich den Aufwand des Verkaufs oder Entsorgens sparen wollen", erklärt Thomas Pradel, Initiator des deutschen Ablegers und Moderator der Frankfurter Gruppe. Auf einem virtuellen schwarzen Brett wird Ausrangiertes zum Nulltarif feilgeboten - nahe genug, damit es persönlich abgeholt werden kann. Selten Ramsch, häufig sogar Wertvolles wie Kühlschränke oder Fernseher mit lediglich kleineren Mängeln sind darunter.

Gibt es mehrere Interessenten, entscheidet der Anbieter, wer den Zuschlag bekommt. Pradel selbst hat schon ein Bügelbrett abgestaubt. Als ein Sammler 1,5 Kilogramm Schokolade von Überraschungseiern spendieren wollte, kam er "leider" zu spät. Selbst ein Auto habe bei freecycle schon den Besitzer gewechselt - nicht mehr fahrtüchtig, aber immerhin. Als ein älterer Herr allerdings sein "Herz verschenken" wollte, legte Pradel sein Veto ein. Unzulässiges wird wie bei allen Verschenkmärkten gestrichen. Auch illegale und kommerzielle Angebote haben keine Chance.

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