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Versandhandel: Dicke Kataloge bleiben - trotz Internet

25.10.2006 | 13:59 Uhr |

Der deutsche Versandhandel rechnet mit einer weiteren Zunahme des Internetgeschäfts, will aber auch in Zukunft den "dicken Hauptkatalog" zum Blättern und Aussuchen anbieten.

Bis 2010 werde der E-Commerce-Anteil der Branche von jetzt rund 40 auf etwa 50 Prozent wachsen, sagte der Präsident des Bundesverbandes des deutschen Versandhandels (bvh), Rolf Schäfer, am Mittwoch in Wiesbaden beim bvh-Jahreskongress. Rund drei Viertel der Internet-Besteller informierten sich nach einer Verbandsstudie aber vorher im Katalog. "Den dicken Katalog gibt es weiter; genau wie das Telefonbuch und die Gelben Seiten der Telekom - auch wenn man heute alle Nummern im Netz nachgucken kann."

Der Versandhandel rechnet vor allem wegen der wachsenden Beliebtheit des Online-Shoppens, der gestärkten Kauflust und vorgezogenen Anschaffungen durch die Mehrwertsteuererhöhung im laufenden Jahr mit drei Prozent mehr Umsatz. 2005 waren die Umsätze der Branche in einer jahrelangen Abwärtsentwicklung um 1,2 Prozent auf 20 Milliarden Euro geschrumpft. Statistisch gesehen gibt jeder Bundesbürger im Schnitt 318 Euro im Jahr im Versandhandel aus.

Zur Eröffnung des Kongresses war am Dienstagabend der Vorstandschef des Hamburger Handelskonzerns Otto, Michael Otto, für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Otto habe die fundamentale Bedeutung des Internets für das Handelsgeschäft wie kaum ein anderer erkannt und genutzt, sagte der Verleger Hubert Burda in seiner Laudatio. Als "Versender des Jahres" wurde der 1979 gegründete Hamburger Outdoor-Ausrüster Denart&Lechhart GmbH (Globetrotter) geehrt. (dpa/tc)

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