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Streit um Vodafone-Milliarden ohne absehbares Ende

50 Milliarden Euro möchte Vodafone über mehrere Jahre als Verlust beim nordrhein-westfälischen Finanzamt geltend machen. Sie entstanden nach Ansicht des Unternehmens durch eine Wertberichtigung nach der Übernahmeschlacht zwischen Mannesmann und Vodafone. Die Betriebsprüfung der NRW-Behörde hat noch zu keinem Ergebnis geführt.

2002 beantragte Vodafone eine Teilwertabschreibung in Höhe von 50 Milliarden Euro. Um diesen Betrag hatte das Unternehmen seinen Buchwert reduziert. Der Antrag führte zu Protesten bei Politikern und der Bevölkerung, entsprang er doch einer riesigen Spekulationsblase, die im Zuge der Mannesmann-Übernahme den Wert des Netzbetreibers in die Höhe trieb. Deshalb setzte das nordrhein-westfälische Finanzministerium eine Betriebsprüfung an, die auch nach vier Jahren noch immer nicht abgeschlossen ist.

Als im Februar 2000 die Abwehrschlacht von Mannesmann gegen die Übernahme durch Vodafone begann, betrug der Aktienwert 147 Euro. Zum Ende der feindlichen Übernahme stieg die Mannesmann-Aktie im März 2000 auf den Spitzenkurs von 353 Euro. Bei der Übernahme durch Vodafone per Aktientausch hatte Mannesmann auf dem Papier einen Wert von 180 Milliarden Euro. Im Dezember 2000 übernahm die neu gegründete Vodafone Deutschland GmbH das zwischenzeitlich in Luxemburg geparkte Aktienpaket zum Preis von 147 Milliarden Euro. Im März 2002 senkte Vodafone den Wert auf 96 Milliarden Euro.

Die Differenz von rund 50 Milliarden Euro möchte das Untenehmen als Teilwertabschreibung über mehrere Jahre von der Steuer abgesetzen. Sollten die Behörden den Antrag akzeptieren, könnte Vodafone über längere Zeit körperschafts- und Gewerbeertragssteuern sparen. Nach Ansicht von Steuerexperten sei die geplante Abschreibung rechtmäßig. Allerdings hat sie einen schalen Beigeschmack, denn die Spekulationsgewinne wurden privat einkassiert, die Verluste soll nun der deutsche Fiskus ausgleichen.

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