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Verliert Microsoft IE-Lizenz?

Wenn es nach der Regierung geht, muss Microsoft die Lizenz für den Internet Explorer herausgeben und den Quellcode offen legen. Von einer Zerschlagung des Konzerns ist dagegen nicht mehr die Rede.

Die US-Regierung plant, Microsoft die Lizenz für den Internet Explorer zu entziehen. Auch der Quellecode des Browsers soll als Strafe für das monopolistische Verhalten des Software-Herstellers offen gelegt werden, berichtet die Zeitung Wall Street Journal unter Berufung auf regierungsnahe Quellen.

Beim Office-Paket und Windows 2000 müsse Microsoft ebenfalls mit Restriktionen rechnen, schreibt das Blatt weiter. Von einer Zerschlagung des Konzerns sei in Regierungskreisen dagegen nicht mehr die Rede.

Allerdings wurde der Zeitungsbericht kurze Zeit später wieder zurück gezogen. Ein Sprecher erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, der Artikel sei nicht zur Veröffentlichung frei gegeben. Einen Grund dafür nannte er jedoch nicht.

Die geplanten Stafen müssen spätestens 28. April beim zuständigen Richter Thomas Penfield Jackson eingehen. Dieser entscheidet dann über das tatsächliche Strafmaß, das bis zum 24. Mai festgesetzt werden soll.

Aber noch von anderer Seite wird Microsoft attackiert: Das Web Standards Project, eine Allianz aus Entwicklern und Anwendern, die sich für den Einsatz von Standards in der Website-Entwicklung stark macht, kritisiert vor allem die neueste Version des Internet Explorer: Beim IE 5.5, der bislang nur in der Beta-Version vorliegt, habe Microsoft sein Versprechen wieder nicht gehalten, die vom World Wide Web Consortium (W3W) verabschiedeten Standards zu berücksichtigen. Stein des Anstoßes sind speziell die fehlende Unterstützung für Teile der Cascading Style Sheets (CSS1) und des Document Object Model (DOM) 1.

Erbost über "Microsofts Arroganz" ist das Web Standards Project, weil es sich bei der Einhaltung von Standards um eine für die Entwickler entscheidende Frage handle. Wegen der dominanten Marktposition bei Windows, in die der IE integiert ist, sei es für die Programmierer nahezu unmöglich, Dokumente zu entwickeln, die sich an die W3C-Standards halten. (PC-WELT, 11.04.2000, sp)

http://www.webstandards.org

MS-Prozess: Nächste Runde im Mai (PC-WELT Online, 6.4.2000)

Beta von IE 5.5 (PC-WELT Online, 6.4.2000)

Micrsoft schuldig (PC-WELT Online, 4.4.2000)

Microsoft-Vergleich geplatzt (PC-WELT Online, 3.4.2000)

Umfrage-Ergebnisse "Alle gegen Microsoft"

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