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Verkauft Fujitsu seine PC-Sparte an Lenovo?

06.10.2016 | 15:43 Uhr |

Einem aktuellen Medienbericht zufolge, will der chinesische Konzern Lenovo Fujitsus PC-Sparte kaufen.

Fujitsu will seine bereits im Frühjahr ausgegliederte PC-Sparte an Lenovo verkaufen. Das will die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei Asian Review aus brancheninternen Quellen erfahren haben. Voraussichtlich noch in diesem Monat wollen beide Unternehmen dem Bericht zufolge eine Einigung erzielen. Eine offizielle Stellungnahme seitens Lenovo oder Fujitsu steht jedoch noch aus.

Für den Verkauf der PC-Sparte an Lenovo gibt es mehrere Möglichkeiten. So könnte Lenovo beispielsweise einen Mehrheitsanteil, und damit auch rund 2.000 Mitarbeiter, von Fujitsu übernehmen. Ebenfalls denkbar wäre die Auslagerung der Abteilungen Entwicklung, Design und Produktion in ein von Lenovo geführtes Joint Venture. Ein Joint Venture hatte Lenovo bereits 2011 mit NEC gegründet. Die daraus entstandene NEC Lenovo Japan Group hat derzeit den größten Marktanteil am japanischen PC-Geschäft. Fujitsu rangiert auf dem zweiten Platz.

Im vergangenen Geschäftsjahr konnte Fujitsu weltweit 4 Millionen FMV-PCs absetzen. Japan ist für die PC-Sparte des Unternehmens der wichtigste Markt. Durch den zunehmenden Konkurrenzdruck aus Taiwan und China musste Fujitsu aktuellen Berichten zufolge jedoch einen Verlust von 10 Milliarden Yen (rund 86 Millionen Euro) verbuchen.

Durch die zunehmende Beliebtheit von Smartphones und Tablets schrumpft der PC-Markt auch in Japan. Die jährlich abgesetzten Einheiten sanken im vergangenen Jahr auf 10 Millionen. Um Verlusten vorzubeugen, hatte Fujitsu seine PC-Sparte Anfang des Jahres in ein eigenständiges Unternehmen ausgegliedert. Sollte die Fusion mit NEC-Lenovo gelingen, würde das Joint-Venture Marktanteile von über 40 Prozent in Japan halten.

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