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Verkauft Corel seine Linux-Sparte?

21.11.2000 | 15:43 Uhr |

Einst als Retter aus der finanziellen Not gefeiert, soll nun eventuell die Linux-Sparte von Corel verkauft werden. Dies kündigte Corel-Chef Derek Burney auf der Comdex an, wurde allerdings später mit den Worten "dies sei nur eine von mehreren Optionen" abgeschwächt.

Einst als Retter aus der finanziellen Not gefeiert, soll nun eventuell die Linux-Sparte von Corel verkauft werden. Dies kündigte Corel-Chef Derek Burney auf der Comdex an. Dieser Verkauf sei allerdings nur "eine von mehreren Optionen, die der Konzern derzeit prüft", so die Pressesprecherin Louise Hanlon.

Der Software-Hersteller verfügt insgesamt über drei Abteilungen in diesem Bereich: WordPerfect deckt den Office-Bereich ab, eine zweite ist für Grafikanwendungen wie zum Beispiel Corel Draw zuständig und die dritte für Linux.

Corel steckt schon seit längerem in finanziellen Schwierigkeiten und die Anstrengungen im Linux-Bereich sollten vor allem die Konkurrenz aus dem Hause Microsoft in die Schranken verweisen. Mit Portierungen für das kostenlose Betriebssystem wollte Corel wieder in die Gewinnzone zurückkehren.

Als möglicher Käufer der Linux-Sparte wird die Firma Progeny gehandelt. Doch deren Chef, Bruce Perens, winkt ab. Zu den Problemen, die Corel mit Linux-Portierungen hatte, meint er: "Wenn sich jemand Linux kauft, sucht er selbstverständlich nach einem Experten. Die Experten mögen allerdings kein Corel, da deren Experten die Software-Entwickler sind. Vor allem mögen sie nicht die Art, wie der (Linux-)Code von ihnen behandelt wurde."

Perens spielt damit auf die Lizenzbestimmungen des Linux-Codes an. Diese erlauben es zwar, den Code uneingeschränkt abzuändern, diese Änderungen müssen allerdings unverzüglich veröffentlicht werden. Diese Mitteilungen wurden von Corel jedoch nicht immer unverzüglich veröffentlicht.

Um den angeschlagenen Software-Hersteller wieder auf die Beine zu bringen, wurde mittlerweile die Unternehmensberatung McKinsey eingeschaltet. Erste Ergebnisse, der Analyse werden erst im nächsten Jahr erwartet. (PC-WELT, 21.11.2000, mp)

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