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Verizon kauft Yahoos Internetgeschäft für 4,8 Mrd. Dollar

25.07.2016 | 13:56 Uhr |

Verizon soll Yahoos Kerngeschäft kaufen. Und zusammen mit AOL einen neuen Internet-Giganten schmieden.

Marissa Mayer hat anscheinend endlich einen Käufer gefunden: Der US-amerikanische Telekommunikationskonzern Verizon will laut Bloomberg den angeschlagenen Internet-Pionier Yahoo für rund 4,8 Milliarden US-Dollar (knapp 4,4 Milliarden Euro) übernehmen. Yahoo wolle demnach das Internet-Geschäft, also den Kern von Yahoo, sowie Yahoos Immobilien (zumindest teilweise) übernehmen. Damit endet die Geschichte des Internet-Pioniers Yahoo als eigenständiges Unternehmen.    

Der Rest von Yahoo, unter anderem mit den Beteiligungen an dem chinesischen Internetkonzern Alibaba und dem Anteil an Yahoo Japan, bleibt als eigenständiges Unternehmen übrig. Dort soll wohl auch ein Teil des „intellektuellen Eigentums“ – gemeint sind damit wohl Patente – zunächst verbleiben, um dann separat verkauft zu werden.

Verizon besitzt mit AOL bereits einen Internet-Pionier. Marktbeobachter gehen davon aus, dass Verizon dieses Standbein durch die Übernahme von Yahoo stärken will, um damit Google und Facebook besser Paroli bieten zu können im Kampf um die Marktanteile im Internet. Verizon wäre nach der Übernahme der drittgrößte Player bei der Internetwerbung, hinter Google und Facebook.

Marissa Mayer sucht schon länger einen Käufer für Yahoos Kerngeschäft. Unter anderem hieß es in der Vergangenheit, dass Yahoo über 3000 Patente und die damit zusammenhängenden Anwendungen verkaufen wolle. Laut Yahoo soll es sich dabei um grundlegende Patente für Websuche und Online-Werbung sowie Cloud-Technologien handeln. Das klingt nach einem wahren Schatz.

Yahoo gehört zu den Internet-Pionieren. Das US-Unternehmen hat die Anfänge des Internets wesentlich mitgeprägt, dann aber den Anschluss verloren und sucht nun schon seit Jahren nach einem neuen funktionierenden Geschäftsmodell.

Laut Wall Street Journal soll die Investmentbank Black Stone IP den Verkauf durchführen. Interessierte Bieter können bis Mitte Juni noch ihre Gebote abgeben, wie Reuters schreibt.

Yahoo kommt nicht aus den Negativ-Schlagzeilen. Der Internet-Pionier versucht seit vielen Jahren erfolglos, ein neues Geschäftsmodell irgendwo zwischen Google, Apple, Facebook, Instagram und anderen angesagten IT-Unternehmen zu finden. Doch CEO Marissa Mayer, die vor ihrem Wechsel auf den Chefposten von Yahoo einst bei Google an so erfolgreichen Produkten wie Googlemail, der Google Suche und den ortsbezogenen Diensten mitgearbeitet hat, findet kein Erfolgsrezept. Das Hauptgeschäftsfeld von Yahoo, nämlich Online-Werbung, wächst kaum und wirft vor allem keine Gewinne ab, sondern Yahoo schreibt Verluste: Rund 4,43 Milliarden Dollar im letzten Jahr, wie das Unternehmen im Februar mitgeteilt hat.

Der Riesenverlust wird aber auch durch Abschreibungen verursacht, unter anderem wegen des Nordamerika-Geschäfts und wegen der Tumblr-Übernahme.

1700 Menschen müssen gehen

Schon Ende 2015 gab es Gerüchte. Marissa Mayer teilte mit, dass weitere 15 Prozent der Yahoo-Mitarbeiter gehen müssen, also rund 1700 Menschen. Yahoo schließt seine Büros in Dubai, Mexico City, Buenos Aires, Madrid und Mailand. Ende 2016 soll die Zahl der Mitarbeiter auf 9000 zuzüglich 1000 Externer gesunken sein. Gegenüber dem Jahr 2012 würde das eine Reduzierung der Belegschaft um 42 Prozent bedeuten.

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