10.07.2007, 10:31

Hans-Christian Dirscherl

"Verified in Germany": Mit Steuergeldern gegen Software-Fehler

Das Bundesforschungsministerium will mit dem Projekt Verisoft XT ein Qualitätssiegel "Verified in Germany" für Software schaffen, die besonders auf Fehler überprüft wurde. Verisoft XT soll den durch Software-Fehler verursachten wirtschaftlichen Schaden deutlich reduzieren.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Forschungsprojekt Verisoft XT in den kommenden drei Jahren mit rund 12 Millionen Euro. Ziel ist die Erarbeitung eines Qualitätssiegels "Verified in Germany".
Weil bei der Entwicklung von Software die Anforderungen oft falsch eingeschätzt werden und die existierende Technologie der Fehlersuche sehr aufwändig ist, wenden Hersteller heute 70-80 Prozent ihrer Arbeit für das Entfernen von Softwarefehlern auf, wie das Bundesforschungsministerium berichtet.
Softwarefehler verursachen so in Europa jährlich einen wirtschaftlichen Schaden von weit über 100 Milliarden Euro. Ein Beispiel aus dem Automobilbereich: Ein Fahrzeug enthält heute durchschnittlich 50 Steuergeräte (ABS, EPS etc.) bestehend aus jeweils rund 300 Elektronikbauteilen. Beträgt die Ausfallrate jedes dieser 15.000 Bauteile aufgrund von Produktions-, Entwurfs- oder Betriebsfehlern eins zu einer Million, dann akkumuliert sich dieses scheinbar geringe Risiko zu einer Ausfallrate von 1,5 Prozent für die gesamte Elektronik. In Verisoft XT soll deshalb die Funktion und das Echtzeitverhalten eines kompletten Mikrokontrollersystems in einem Steuergerät, das eine sicherheitskritische Funktion im Fahrwerk eines Oberklassefahrzeuges implementiert, formal verifiziert werden.
Im Rahmen von Verisoft XT sollen Methoden und Werkzeuge für die formale Verifizierung des Designs von integrierten Computersystemen geschaffen werden, wie das Bundesministerium etwas geschwollen fortfährt. Das bedeutet, den mathematischen und maschinell überprüften Beweis zu erbringen, dass die betrachteten Anwendungen im Entwurf Null Fehler enthalten. Hierbei müssen Programme mit zehntausenden Zeilen Code verifiziert werden.
In dem Projektkonsortium arbeiten zehn Partner aus der Wirtschaft sowie sieben Universitäten unter der Konsortialführung des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz (DFKI) zusammen.
Sollte das Projekt "Verified in Germany" wirklich Erfolg haben, so gewinnen Sie doppelt: Sie bekommen bessere Software und wissen, dass Ihre Steuern gut angelegt sind.
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