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Vergleich: P2P-Software als Spyware-Lieferanten

17.03.2005 | 13:05 Uhr |

Kazaa, eDonkey und Konsorten installieren mitunter zusätzliche Programme und manipulieren die Windows-Registry. Wieviel Spyware und Adware man sich mit welchem P2P-Programm einfängt, zeigt eine jüngst durchgeführte Untersuchung.

Bei der Installation der Software zur Nutzung von File-Sharing-Diensten (Peer-to-Peer, P2P) kann unbemerkt Adware und Spyware auf den PC gelangen. Der Harvard-Jurist Benjamin Edelman hat kürzlich untersucht, welche P2P-Programme Adware und Spyware installieren und ob die Benutzer vor der Installation darüber informiert werden. Im Testfeld sind fünf der beliebtesten P2P-Programme vertreten: eDonkey, iMesh, Kazaa, Limewire und Morpheus.

Edelman weist darauf hin, dass sein Vergleichtest von Limewire in Auftrag gegeben wurde. Mutmaßlich will Limewire damit zeigen, dass es im Gegensatz zu anderen keine Adware oder Spyware (mehr) installiert. Edelman untersucht auch, wie viele Dateien, Verzeichnisse und Registry-Einträge nach der Installation auf einem XP-System hinzu kommen und wie lang die Lizenzbestimmungen sind, die man bei der Installation akzeptieren muss. Die Ergebnisse zeigen, dass Kazaa nicht nur die meisten Dateien und Verzeichnisse anlegt, sondern auch die größte Zahl an Registry-Einträgen hinzu fügt.

Kazaas Lizenzabkommen ist zudem mit Abstand das längste. Limewire legt zwar mehr Dateien an, knapp zwei Drittel davon sind jedoch der Java Runtime von Sun (JRE) zuzurechnen, die Limewire benötigt. Diese Dateien entfallen, wenn die JRE bereits installiert ist. Die Lizenzvereinbarung von Limewire ist die kürzeste: es gibt keine. Limewire installiert laut Edelmans Test keine unerwünschten Zusatzprogramme und zeigt nur Werbebanner für eine kostenpflichtige Version von Limewire.

Die anderen Kandidaten schaufeln fleißig weitere Programme auf die Festplatte, auf die meist nur vage in den langen Texten der Lizenzvereinbarung, die in viel zu kleine Fenster gepresst werden, hingewiesen wird. Die Spitzenposition nimmt Kazaa ein, dicht gefolgt von eDonkey. Beide installieren etliche Zusatzprogramme. Bei Kazaa ist mit der hauseigenen Skype-Software zumindest ein potenziell nutzbringendes Programm dabei.

Für Morpheus und iMesh ergibt Edelmans Test nur je ein Zusatzprogramm, allerdings gepaart mit nur als "unsittlich" zu bezeichnenden Lizenzvereinbarungen. In diesen gestattet sich etwa die von Morpheus eingeschleuste "DirectRevenue"-Software das Entfernen anderer Software vom PC des Anwenders.

Deutliche Hinweise, dass die zusätzlich installierten Programme Daten sammeln und an Dritte übermitteln, fehlen oder sind recht ungenau bei der Angabe, welche Daten das sind. Edelmans Resultate sagen nichts darüber aus, ob die getesteten Programme zu einem späteren Zeitpunkt weitere Software herunter laden und installieren. Seine Befunde können auch lediglich ein Momentaufnahme darstellen. Bereits in einigen Wochen könnte sich bezüglich der installierten Zusatz-Software ein mehr oder minder stark abweichendes Bild ergeben.

Programm

eDonkey

iMesh

Kazaa

Limewire

Morpheus

Zusatzprogramme

4

1

5

0

1

Lizenzvereinbarung(Wörter)

7.767

5.493

22.606

0

4.492

Ordner

23

30

112

61

15

Dateien

353

214

638

864

384

Registry-Einträge

280

488

845

134

85

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