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EA und Fox bringen "Spore" auf die Leinwand

03.10.2009 | 15:52 Uhr |

Der Spiele-Publisher Electronic Arts (EA) will zusammen mit Twentieth Century Fox einen computeranimierten Film zum Kassenhit "Spore" in die Kinos bringen. So will EA aus der erfolgreichen Marke noch weitere Umsätze generieren. Dass das Projekt ein Erfolg wird, daran glaubt der Konzern. Schließlich konnte der namhafte "Ice Age"-Regisseur Chris Wedge für den Film gewonnen werden.

Für das Drehbuch wurden Greg Erb und Jason Oremland verpflichtet. Beide Skriptautoren haben unter anderem bereits ihr Talent bei der neuerscheinenden Disney-Produktion "The Princess and the Frog" oder dem Paramount-Streifen "The Return of King Doug" unter Beweis gestellt. "Angesichts der technischen Möglichkeiten und filmischen Effekte bietet es sich für große Spiele-Publisher zwar an, Games zu verfilmen. Dennoch halte ich es für mehr als fraglich, dass man mit dieser Strategie nachhaltigen Erfolg haben kann", unterstreicht Hans Solar, Lehrgangsleiter am Wiener Games College , auf Anfrage von pressetext. Dem Insider zufolge ist es schwierig, sowohl Game- als auch Filmfans zugleich bedarfsgerecht bedienen zu können. So bestehe für EA die Gefahr, dass der Film schlechte Kritiken bekommt, nicht das "Feeling" des Spiels zum Ausdruck bringen kann und darüber hinaus sogar alleinig als Werbevehikel für das Computerspiel wahrgenommen wird.

Wie das US-amerikanische Branchenportal Variety berichtet, soll der Animationsfilm in den Studios von Blue Sky produziert werden. Dort wurden unter anderem auch die Blockbuster "Ice Age" und "Robots" entwickelt. Von hier kommt auch das unlängst für 2011 angekündigte 3D-Papageien-Abenteuer "Rio". Angesichts der boomenden Absätze in der Filmbranche erhofft sich auch EA Games ein lukratives Geschäft. "Spore" kam im September 2008 auf den Markt. In dem Szenario des Games schlüpft der Spieler in die Rolle eines Evolutionsbestimmenden, der Kreaturen und Welten erschaffen und via Web mit einer Spieler-Community teilen kann. Ziel ist es, ein komplettes Universum zu etablieren.

Das Spiel "Spore" scheint neben den Entwicklern vor allem für die Autoren einen ungeahnten Kreativraum geschaffen zu haben, aus dem sich nun für den Streifen schöpfen lässt. "Ich bin immer auf der Suche nach einzigartigen Welten, die ich im Animationsfilm zeigen kann", so Wedge. Dass sich die aufwendige Konzeptualisierung und Umsetzung der Filme lohnt, zeigt sich an den bereits in der Vergangenheit erwirtschafteten Umsätze. Allein mit den drei Teilen von "Ice Age" konnte man seit 2002 rund 1,9 Mrd. Dollar generieren. Erst vergangene Woche konnte Blue Sky Studios das Tauziehen um den Animationsfilm "Leaf Men" für sich und gegen Pixar entscheiden. Den Film wird man unter Wedges Regie für Fox Animation drehen.

Für die Umsetzung von "Spore" als Kinofilm bemüht das Management von EA Entertainment auch Lucy Bradshaw, die als Vizepräsidentin von Maxis Studio http://www.maxis.com bereits zusammen mit Will Wright "Spore" entwickelt hat. Wright war zudem für die EA-Kassenschlager "Sim City" und "The Sims" verantwortlich. Der "Spore"-Film könnte sich als gute Marketingstrategie erweisen. Denn nicht nur die eingefleischten Fans sollen mit dem Animationsfilm angesprochen werden. Auch erschließt sich EA damit weitere hohe Umsätze, schätzen Fachleute. Bisher ging allein das Spiel mehr als 3,2 Mio. Mal über die Ladentheken. Der Maxis-Produzent Patrick O'Brien wird zusätzlich als ausführender Produzent tätigt sein. (pte)

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