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Verbrecherjagd beim Super Bowl

02.02.2001 | 11:50 Uhr |

Die US-Polizei hat beim Football-Endspiel Super Bowl erstmals ein neues digitales Videoüberwachungssystem eingesetzt. Jeder der 75.000 Besucher des größten Sportereignisses des Jahres wurde von einer digitalen Kamera erfasst und sein Bild mit den gespeicherten Daten einer Verbrecher-Datenbank abgeglichen. Hierbei wurden mehrere polizeilich bekannte Personen identifiziert, der Zugriff auf einen Verdächtigen gelang dennoch nicht.

Die US-Polizei hat beim Football-Endspiel Super Bowl erstmals ein neues digitales Videoüberwachungssystem eingesetzt. Jeder der 75.000 Besucher des größten Sportereignisses des Jahres wurde von einer digitalen Kamera erfasst und sein Bild mit den gespeicherten Daten einer Verbrecher-Datenbank abgeglichen.

Wie die "Washington Post" am Donnerstag berichtete, wurden auf diese Weise 19 Personen identifiziert, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind. Allerdings sei keiner von ihnen wegen schwerer Verbrechen gesucht worden.

Die Polizei habe den Super Bowl auch als einen außergewöhnlichen Test für ihre neue Technologie genutzt. In der digitalen Verbrechensdatei mit Tausenden von Einträgen sind nach Angaben der "Washington Post" Fotos und biometrische Details vom Handtaschendieb bis zum Terroristen gespeichert. Die Daten könnten innerhalb von Sekundenbruchteilen mit den digitalen Fotos der Besucher abgeglichen werden. Hierfür wurden die Gesichter anhand von 128 Gesichtscharakteristiken verglichen.

Während die Polizei die Überwachung als legal und vollkommen angebracht bezeichnete, äußerten Datenschützer und Bürgerrechtsgruppen Kritik an dem Verfahren. Die Überwachung nehme ein Ausmaß an, in dem die Polizei und private Sicherheitsdienste jede Bewegung eines Individuums verfolgen könnten, sagte ein Sprecher der Bürgerrechtsbewegung "American Civils Liberties Union". Deshalb lehne seine Organisation die "unerlaubte Aufzeichnung" biometrischer Details zur Personenerkennung ab.

Nach Angaben eines Sprechers der Firma, die das System testete, hat das System einen Schwarzhändler identifiziert. Die Polizei konnte den Verdächtigen jedoch nicht fassen, er hatte das Stadion zuvor verlassen. (PC-WELT, 02.02.2001, dpa/ ml)

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