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Verbraucherzentrale warnt vor DVB-T2-Fernsehern aus dem Ausland

14.09.2015 | 09:35 Uhr |

DVB-T2 ist nicht gleich DVB-T2! Wer ein Empfangsgerät für terrestrisches Digitalfernsehen aus dem Ausland kauft, schaut in Deutschland zukünftig in die Röhre.

Der Testbetrieb des hochauflösenden terrestrischen Fernsehens nach dem neuen Standard DVB-T2 hat in einigen deutschen Ballungszentren bereits begonnen . Doch wer den falschen Fernseher kauft, sieht buchstäblich in die Röhre und kann das digitale Antennenfernsehen in Zukunft hierzulande nicht empfangen. Davor hat jetzt nochmals die Verbraucherzentrale Sachsen ausdrücklich gewarnt .

Hintergrund dieses Hinweises ist, dass DVB-T2 in Deutschland mit High Efficiency Video Coding (HEVC, H.265) ausgestrahlt wird und nicht über den bisher in anderen Ländern verwendeten Kompressionsstandard H.264 (MPEG4). Die Codecs stimmen nicht überein, das neue System wird von den älteren Geräten nicht unterstützt.

Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen warnt deshalb: „Geräte, die aus dem Export kommen, verfügen über diesen Decoder in der Regel nicht. Deshalb ist auch vom Kauf in anderen Ländern abzuraten, in denen DVB-T2 bereits eingeführt ist, wie zum Beispiel Österreich, Frankreich oder Großbritannien. Dort sollte man die Finger davon lassen“. Das gilt gleichermaßen für Receiver wie für Fernsehgeräte mit integriertem Empfangstuner.

Verbraucher sollten beim Kauf eines neuen Gerätes deshalb unbedingt auf das neue DVB-T2 HD-Logo achten. Nur mit diesem Logo ist sichergestellt, dass das Empfangsgerät auch für die deutsche Variante DVB-T2 HD geeignet ist. Da die neuen Geräte abwärtskompatibel sind, kann das derzeit und voraussichtlich noch bis mindestens 2017 ausgestrahlte, herkömmliche DVB-T-Signal empfangen werden. Zur Fußball-Europameisterschaft 2016 soll das hochauflösende terrestrische Fernsehen in der deutschen Variante DVB-T2 HD testweise in größeren Gebieten starten, 2017 dann der Regelbetrieb anlaufen.


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