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Teils hohes SIM-Karten-Pfand nach Vertragsende

15.11.2010 | 11:03 Uhr |

Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass nach Handy-Vertragsende oft SIM-Karte an den Provider geschickt werden muss. Sonst drohen hohe Gebühren.

Bis zu 29,65 Euro kostet es, wenn nach Ende des Handyvertrags die bisher genutzte und nicht mehr benötigte SIM-Karte nicht an den Netzbetreiber bzw. Provider geschickt wird. Darauf weist die Verbraucherzentrale NRW hin. Diese hatte bei 25 Providern und Netzbetreibern nachgehakt.


Das Ergebnis: Nur 10 Unternehmen überlassen es ihren Kunden, was diese mit den nicht mehr benötigten SIM-Karten nach Vertragsende anstellen. Acht Unternehmen schreiben dagegen in ihren Geschäftsbedingungen eine Rückgabe der SIM-Karten vor. Weitere sieben Unternehmen fordern sogar einen Kartenpfand, falls die SIM-Karte nicht zurück geschickt wird.


Wer beispielsweise Kunde bei Talkline ist und nach Vertragsende nicht die SIM-Karte zurückgibt, der muss 9,97 Euro bezahlen. Bei sechs Partner- und Tochterunternehmen der Drillisch AG liegen die Kosten sogar bei 29,65 Euro, so die Verbraucherzentrale NRW. In vielen Fällen würden die Unternehmen das Pfand bei der letzten Rechnung einziehen. Nur wer dann die SIM-Karte zurück schickt, der erhält den vorab eingezogenen Betrag auch wieder zurück. Bei Talkline habe man dafür zwei Wochen und bei Drillisch-Firmen drei Wochen Zeit. Ansonsten verfalle das Pfand.


"Da sich auf der SIM-Karte kundenunabhängige Daten Dritter befinden, ist eine Rückforderung sinnvoll", erklärt Peter Eggers von der Drillisch AG gegenüber der Verbraucherzentrale NRW. Es sei im Interesse der Kunden, dass die Karten "fachgerecht unbrauchbar" gemacht werden. "Eigenhändig mit einer Schere die Daten zu zerstören, trauen die Drillisch-Firmen ihren Kunden offenbar nicht zu: im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten", kommentieren die Verbraucherschützer aus NRW.


Talkline begründet das Pfand damit, dass "das Eigentum an den SIM-Karten für den jeweiligen Netzbetreiber" gewahrt werden solle. Diese Verpflichtung kennen aber weder der Netzbetreiber O2 noch Vodafone. Diese beiden Unternehmen stellen auch keine Rückforderungen bei ihren Kunden. Die Provider Base, Blau und Medion (Aldi-Talk) begründen gegenüber den Verbraucherschützern dagegen die Rückforderung der SIM-Karten mit ihrer "Verantwortung gegenüber der Umwelt". Kunden, die aber ihre Karten selbst bei der Sammelstelle abgeben, würden nicht bestraft werden.


"Mittlerweile scheinen einige Firmen selbst nicht mehr zu wissen, warum sie was tun. Das belegt ein Blick in den Freenet-Verbund: Dort erhebt Talkline ein SIM-Kartenpfand, Klarmobil fordert von Vertragskunden - ohne Strafandrohung - die Rückgabe und Debitel-Mobilcom wiederum verzichtet aufs Retour-Schicken", so die Verbraucherzentrale NRW.

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