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Verbraucherzentrale: Kein Recht auf Schnäppchen

Ob der Computer von Aldi, die Bahnfahrkarte von Lidl oder das Dampfbügeleisen von Plus kaum eine Woche vergeht, ohne dass nicht mindestens ein Discounter oder eine Supermarktkette mit einem besonderen Schnäppchenangebot wirbt. Doch was dem Verbraucher eigentlich Freude machen soll, führt häufig zu Frust. Denn oft sind die Schnäppchen schon ausverkauft, bevor das Gros der Kunden in die Läden kommt. Wer dann womöglich sogar lautstark sein angebliches Recht auf den Kauf des angepriesenen Sonderangebotes einfordern will, liegt - entgegen vorherrschender Meinung - falsch.

"Dem Verbraucher bleibt eigentlich nur, sich zu ärgern", sagt Christian Fronczak, Sprecher des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv) in Berlin. Denn ein Anrecht auf das beworbene Produkt habe der Kunde laut Gesetz nicht. "Das sind die Unzulänglichkeiten des Wettbewerbsrechts", meint Fronczak.

Zwar gibt es ein Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb, welches das Angebot von Schnäppchen regelt. Doch dem Kunden nützt das kaum: "Der Verbraucher selbst kann aus diesem Gesetz keinen Honig saugen, denn es ist nicht für das Verhältnis zwischen dem Markt und dem Kunden gedacht", stellt Thomas Hagen von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein in Kiel klar.

So liegt es in der Macht der Verbraucherzentralen und der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs (WBZ) in Bad Homburg, mit Hilfe des Gesetzes gegen Schnäppchenangebote vorzugehen. Sie kämpfen vor allem gegen solche Angebote, die ganz offenbar nur dazu dienen, Kunden in die Märkte zu locken und zum Kauf anderer Waren zu verführen.

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