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Verbraucherschützer warnen vor Amazon-Währung Coins

01.07.2014 | 11:21 Uhr |

Mit den "Coins" hat Amazon eine virtuelle Währung geschaffen, die mit Rabatten beim Einsatz lockt. Doch die Währung hat auch ihre Schattenseiten, warnen deutsche Verbraucherschützer.

Die Verbraucherschützer aus Nordrhein-Westfalen warnen derzeit vor der Verwendung des virtuellen Zahlungsmittels Amazon Coins. Amazon hat die Währung Ende 2013 in Deutschland eingeführt. Mit ihr können Nutzer etwa Apps, Ebooks und Spiele von Amazon-Diensten kaufen. Amazon lockt mit einem Rabatt, wenn man mit den Coins bezahlt und nicht in Euro. Die Coins werden in Paketen eingekauft - zwischen 500 Coins für 5 Euro und 10.000 Coins für 100 Euro. Je nach Größe des Pakets fällt der Rabatt unterschiedlich aus. Für das kleinste Paket gibt es vier Prozent, für das größte zehn Prozent Rabatt. Doch die Verbraucherschützer warnen: Im Falle einer Pleite von Amazon ist das Restguthaben wertlos. Ein Restguthaben bleibe aber fast unausweichlich bestehen, weil die App-Preise in der Regel krumm seien, im Gegensatz zu den runden Coin-Paketen. Aus diesem Grund, monieren die Verbraucherschützer, sei die Versuchung groß, sich ein neues Paket zu kaufen, um den alten Restbetrag noch verwenden zu können.

Außerdem würden viele In-App-Käufe nicht in der Amazon-Cloud gesichert werden, behaupten die Verbraucherschützer. Die Folge: Nach einem Geräte-Reset wären die erworbenen Daten nicht mehr verfügbar und müssten erneut eingekauft werden. Das kann freilich auch ohne den Einsatz von Coins passieren.

Die Verbraucherschützer weisen auch auf die Amazon-AGB hin. Dort steht, dass Amazon das Coin-Programm "jederzeit ohne Ankündigung ganz oder teilweise" ändern, zeitweilig aussetzen oder einstellen kann. Ferner können nicht alle Apps und In-App-Käufe mit den Coins bezahlt werden. Besonders ärgerlich finden die Verbraucherschützer aber, dass es kein einsehbares Coin-Konto gebe. Man erfahre lediglich die Zahl der verbleibenden Coins - und zwar nur in Form eines Hinweises beim Kauf neuer Produkte. Ein Konto tue aber dringend Not, sagen die Verbraucherschützer. Denn während Paket-Coins nicht verfallen, verfallen Werbe-Coins sehr wohl. Man verliert den Überblick. Immerhin verspreche Amazon, dass die ältesten Werbe-Coins zuerst verwendet würden.

Abschließend ermuntern die Verbraucherschützer die Nutzer zum Preisvergleich vor dem Kauf einer App. Dieser falle jedoch leichter unter den Tisch, wenn man Amazon Coins verwendet, da diese nur im Amazon-Shop gelten. 30 beliebte Apps gebe es im Google Store für 52,61 Euro statt 56,34 Euro im Amazon-Shop (Stand 30.06.2014) - das sei immerhin eine Ersparnis von sieben Prozent.

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