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Verbraucherschützer mahnen Telekom ab

06.05.2013 | 15:11 Uhr |

Die DSL-Drosselung der Telekom ist nicht zulässig, finden die Verbraucherschützer aus NRW und mahnen den Magenta-Riesen ab.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen findet : Die von der Telekom geplante DSL-Drosselung ist unzulässig. Darum haben die Verbraucherschützer die Telekom aufgefordert, die seit dem 2. Mai geltenden Klausel wieder aus den Verträgen zu streichen.

In der Begründung der Verbraucherschützer heißt es, dass man als unangemessene Benachteiligung der Verbraucher ansehe, wenn deren heimischer Internetzugang auf eine Übertragungsgeschwindigkeit von 384 Kbit/s gedrosselt werde. Dies bedeute beispielsweise für VDSL-Kunden ("bis zu 50 MBit/s") eine Reduzierung der Surfgeschwindigkeit um bis zu 99,2 Prozent – und das im Rahmen einer "Internet-Flatrate".

Telekom-Chef findet DSL-Drosselung gerecht

Und weiter monieren die Verbraucherschützer: "Die verbleibende Übertragungsrate von 384 Kbit/s macht eine zeitgemäße Nutzung des Internets unmöglich. Während die Geduld der Kunden bereits beim Aufruf von Internetseiten oder dem Versenden von E-Mails oder Dateien auf eine harte Geduldsprobe gestellt wird, sind manche Online-Dienste praktisch nicht mehr nutzbar. So dürfte ein unterbrechungsfreies Anschauen von Internetvideos regelmäßig scheitern und auch das Musikhören oder Telefonieren via Internet nicht mehr ohne Qualitätseinbußen möglich sein. Greifen wie üblich mehrere Anwendungen des Endgeräts gleichzeitig auf das Internet zu oder nutzen gar mehrere Endgeräte gleichzeitig den Internetanschluss, droht die Verbindung an der Drosselung zu ersticken."

"Die Anbieter übertreffen sich in der Werbung für Internettarife seit jeher mit Flatrate- und Geschwindigkeitsversprechen", kritisiert NRW-Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller das Verhalten der Telekom, "wer Verbrauchern den Saft fürs Surfen dann übers Kleingedruckte derartig abdreht, lässt sie auf der Datenautobahn auf der Standspur stranden und nimmt ihnen damit die Möglichkeit zum diskriminierungsfreien Zugang zu allen Diensten."

Kommentar: Liebe Telekom, das sehe ich nicht ein!

Die Telekom kann nun bis zum 16. Mai 2013 per Unterlassungserklärung erklären, dass sie künftig auf die Verwendung der Klausel verzichtet. Sonst müssen die Gerichte entscheiden, ob diese Drossel-Klausel zulässig ist oder nicht.

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