1794974

Verbraucherschützer fordern Unterlassungserklärung der Telekom

08.07.2013 | 10:36 Uhr |

Damit die Telekom ihre DSL-Leitungen nicht noch weiter drosseln darf, fordern Verbraucherschützer aus Nordrhein-Westfalen nun, dass der Konzern eine Unterlassungserklärung unterschreibt.

Wie der Focus berichtet, will die Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen gegen die Drosselpläne der Telekom klagen. Zwar hat die Telekom ihre Pläne abgemildert - statt auf 384 Kbit/s soll nur noch auf 2 Mbit/s gedrosselt werden. Doch ein Sprecher der Verbraucherzentral NRW sieht "Wiederholungsgefahr". Darum fordert die Verbraucherzentrale, dass die Telekom eine Unterlassungserklärung unterzeichnet, welche künftige vergleichbare Drosselungen verbietet. Man wolle "ein Grundsatzurteil, das dem Verbraucher Sicherheit verschafft".

Kommentar: Liebe Telekom, das sehe ich nicht ein!

Die Verbraucherzentral NRW wird nicht das erste Mal im Rahmen der vieldiskutierten Telekom-Pläne aktiv. Bereits vor dem Zurückrudern der Telekom auf 2 Mbit/s Drosselung mahnte die Verbraucherzentrale die Telekom ab . Man sah eine unangemessene Benachteiligung der Verbraucher. Bei der Telekom sieht man das freilich anders - der Telekom-Chef René Obermann findet die DSL-Drossel gerecht.

Die Telekom-DSL-Drosselung

Bereits jetzt findet sich der Passus in DSL-Verträgen mit der Telekom, dass beispielsweise bei DSL 16.000 ab 75 GB verbrauchtem Datenvolumen im Monat für den Rest des Monats die DSL-Geschwindigkeit stark gedrosselt wird. Bei schnelleren DSL-Tarifen schaltet die Telekom erst später auf Schneckentempo. Zwar beruhigt die Telekom, dass die Drossel erst 2016 technisch umgesetzt werde - doch 2016 werden die 2 Mbit/s aufgrund steigender Datenraten und einer Verlagerung vieler Daten in die Cloud noch weniger wert sein, als zum jetzigen Zeitpuntk. Dass die Telekom den eigenen Dienst Entertain von dieser Beschränkung ausklammert, handelt dem Konzern harsche Kritik ein - viele sehen die Netzneutralität verletzt. Denn warum einen anderen Dienst nutzen, wenn dieser am Datenvolumen saugt, und nicht gleich den Telekom-eigenen Dienst?

0 Kommentare zu diesem Artikel
1794974