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Verbraucherschützer mahnen E-Plus ab

22.08.2012 | 11:01 Uhr |

E-Plus speichert unnötig viele Nutzerdaten, kritisiert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbz) und mahnt den Mobilfunkbetreiber ab.

Erst gestern haben die Verbraucherschützer der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbz) die App-Stores von Google, Apple, Microsoft, Nokia und Samsung kritisiert. Heute steht E-Plus in der Kritik der Zentrale. Stein des Anstoßes ist eine Klausel in den AGB von E-Plus, die unzulässig sein soll. Konkret geht es um eine Formulierung, die besage, dass E-Plus alle Verkehrs- und Nutzungsdaten seiner Kunden grundsätzlich bis zu 80 Tage nach Rechnungsversand speichere. Das – so der vzbz – komme einer vertraglich angekündigten Vorratsdatenspeicherung gleich.

Die Klausel lasse außerdem offen, ob Daten über die Rechtsgrundlage im Telekommunikationsgesetz hinaus gespeichert würden. AGB mit einer pauschalen Speicherung aller Daten findet die Verbraucherzentrale nicht hinnehmbar. Lege man die Klausel ganz kundenfeindlich aus, dürfe E-Plus Daten nicht nur zu Abrechnungszwecken oder für bestimmte Dienste speichern, sondern ohne jeden Anlass. Beispielsweise sei es bei der Nutzung einer Flatrate überflüssig zu speichern, wer wann wo von welchem Anschluss telefoniere. Oder welche Anrufe Sie entgegennehmen. Ebenfalls unnötig sei die Speicherung kostenloser Rufnummern.  Die Verbraucherschützer bezeichnen auch die Speicherung des jeweiligen Standorts des Kunden via Funkzellenauswertung als überflüssig.
 
Laut Bundesnetzagentur würden aber viele Mobilfunkanbieter großzügig Daten speichern. Angeblich zählen dazu oft auch Bewegungsdaten und Gerätenummer des genutzten Handys.
 
Man habe E-Plus darum abgemahnt. Eine erste Rückmeldung habe es bereits gegeben – Näheres verrät man jedoch nicht. Die vzbz will aber weiter über den Verlauf berichten.

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