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Verbot von Killerspielen: BIU bezieht Stellung

22.11.2005 | 13:46 Uhr |

Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware hat eine Stellungnahme zu dem im Koalitionsvertrag der CDU/CSU und SPD angekündigten "Verbot von Killerspielen" veröffentlicht. Demnach hält der Verband die Formulierung im Koalitionsvertrag für "unglücklich" und "unverständlich".

Die Formulierung eines "Verbotes von Killerspielen" im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien ( wir berichteten ) widerspricht laut Angaben des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware ( BIU ) den momentanen Gegebenheiten. Außerdem sei nicht klar, ob CDU/CSU und SPD mit "Killerspielen" nun "Gotcha"-Spiele oder auch Computer- und Videospiele meinen. Angesichts der bestehenden gesetzlichen Regelungen sei zudem eine Forderung nach weiteren gesetzlichen Regelungen unverständlich. Schon jetzt gäbe es ein Verbot von gewaltverheerlichenden und menschenverachtenden Computer- und Videospielen.

Der BIU weist darauf hin, dass die seit dem 1. April 2003 gültige Neureglung des Jungendschutzgesetzes sich in der Praxis bewährt habe. Durch das Alterskennzeichnungssystem für Computer- und Videospiele wird laut dem Verband ein "erfolgreicher Jugendschutz praktiziert".

"Durch die Installation eines ständigen Vertreters der Obersten Landesjugendbehörden bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) ist hier eine staatliche Aufsicht gegeben und die unabhängige Arbeit der USK garantiert", so der BIU.

Außerdem seien sich die Anbieter von Unterhaltungssoftware auch über ihre Verantwortung für Jugendschutz bewusst und hätten in der Praxis bewiesen, dass sie dieser Verantwortung auch gerecht werden. Der BIU betont: "Spiele, welche nicht der eingestellten Altersfreigabe entsprechen, werden auf den Spielkonsolen der neusten Generation nicht mehr spielbar sein." Alle kommenden Spielekonsolen, also Xbox 360, Nintendo Revolution und Playstation 3, werden über eine integrierte Jugendschutz-Funktion verfügen. Ein ähnlicher Mechanismus wird auch im Windows-XP-Nachfolger Windows Vista enthalten sein.

"Diese Maßnahmen dokumentieren aus unserer Sicht auch die etablierte Zusammenarbeit zwischen den Obersten Landesjugendbehörden, USK und Industrie im Bereich des Jugendschutzes", erklärt der BIU und weiter: "Ein effektiver Jugendschutz erfordert ein Tätigwerden auch an den Stellen, wo Computer- und Videospiele genutzt werden. Unser Ziel ist ein verantwortungsvoller Umgang mit diesem Medium."

Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) war im April dieses Jahres nach der Auflösung des VUD (Verband der Unterhaltungssoftware Deutschland) gegründet worden. Ihm gehören unter anderem die großen Publisher EA, Sony, Ubisoft, Nintendo und Microsoft an.

Große Koalition will "Verbot von Killerspielen" (PC-WELT Online, 14.11.2005)

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