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Verband tobt: Telekom will Miete für "letzte Meile" erhöhen

18.02.2005 | 13:06 Uhr |

Um Zugang zum Endkunden zu erhalten, müssen alternative Anschlussanbieter einen Mietpreis für die "letzte Meile" zum Kunden an die Deutsche Telekom entrichten, die Eigentümerin dieser Teilnehmeranschlussleitung. Seit Jahren wird um die Höhe der Miete gestritten, jetzt fordert die Telekom eine Erhöhung um 50 Prozent.

Um Zugang zum Kunden zu erhalten müssen lokale und regionale Telekommunikationsanbieter die so genannte "letzte Meile" von der Deutschen Telekom mieten. Laut dem Bundesverband Breko hat die Telekom nun bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post einen Antrag auf Erhöhung dieser Miete für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) um 5,60 Euro auf dann 17,40 Euro gestellt.

"Der ehemalige Monopolist will den Wettbewerb - vor allem im lukrativen Breitbandmarkt – ausbremsen, und das zu Lasten der Kunden, die auf die Erschließung weiterer DSL-Gebiete warten" kritisiert der Präsident des Verbandes, Peer Knauer, den Antrag. "Nur wenn der TAL-Preis deutlich unter 10 Euro sinkt, sind die City- und Regio-Carrier in der Lage, ihre Netze weiter auszubauen und die DSL-Verbreitung in Deutschland deutlich stärker voran zu bringen."

Knauer verweist dabei auf die Situation in anderen Ländern, allen voran Italien. Dort seien "ähnliche" Strukturen vorhanden, die Miete betrage aber lediglich 8,30 Euro. Bei diesem Preis würde " die Lust auf Investitionen" wieder steigen so Knauer.

Interessant ist dabei ein Blick in den aktuellen Jahresbericht der RegTP . Denn dort werden neben der Miete für die TAL auch die einmaligen Bereitstellungsgebühren auf europäischer Ebene verglichen. Zwar steht Deutschland im Vergleich zu Italien in beiden Punkten schlechter da (11,80 Miete und 48 Euro Bereitstellungsgebühr verglichen mit 8,30 Euro und 37 Euro in Italien), in Frankreich hingegen ist zwar die Miete für die TAL mit 10,50 Euro günstiger als hier zu Lande, dafür werden aber 78,70 Euro für die Bereitstellung verlangt. In Finnland beträgt diese Gebühr 168,40 Euro und die Miete 11,30 Euro. Dahingegen sind in Spanien, Griechenland, Dänemark und den Niederlanden beide Kostenblöcke niederiger als in Deutschland.

Telekom -Sprecher Mark Nierwetberg bestätigte auf Anfrage der PC-WELT den Antrag. Er verwies aber darauf, dass das Unternehmen bereits in den Jahren 2001 und 2003 den gleichen Betrag gefordert hatte, was allerdings von der RegTP abgelehnt wurde.

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