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Mittelstand hat Nachholbedarf bei ERP-Software

21.02.2008 | 13:55 Uhr |

Die auf ERP-Systeme spezialisierten Marktforscher von RAAD Consult haben herausgefunden, dass ein Drittel der Mitteständler mit hoffnungslos veralteten Software arbeitet.

Etwa ein Drittel der Unternehmen mit 100 bis 2000 Mitarbeitern wechselt alle fünf Jahre sein ERP-System, aber etwa genauso viele betreiben ihre derzeitige Lösung schon länger als zehn Jahre. Zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsunternehmens RAAD Research unter deutschen Mittelständlern, die keine SAP-Software einsetzen.

Das in Aachen beheimatete Marktforschungsunternehmen befragt alle sechs Monate IT-Entscheider aus mittelständischen Unternehmen nach ihrem Einsatz von ERP-Software. Die jüngste Studie datiert vom Ende des vergangenen Jahres und beruht auf den Angaben von rund 2000 IT-Entscheidern in Deutschland. Die kompletten Ergebnisse liegen voraussichtlich Ende dieses Monats vor.

RAAD zufolge sind die Tage der Best-of-Breed-Lösungen und Eigenentwicklungen gezählt. Auch im Mittelstand kämen immer häufiger Standardsoftwarepakete für das Enterprise Resource Planning zum Einsatz.

Vom Trend zur Standardsoftware profitiert eine Vielzahl kleinerer Anbieter. Als die "Gewinner" im Mittelstand hat RAAD vor allem Microsoft (siehe auch: "Microsoft lockt kleine Firmen auf Dynamics") und Infor (siehe beispielsweise: "Systemintegrator im eigenen Portfolio") ausgemacht – gefolgt von SoftM, Sage und Datev. Im Zuge der jüngsten Konsolidierungswelle hätten jedoch auch die Unternehmen mittlerer Größe die marktbeherrschenden Anbieter, insbesondere die SAP, entdeckt. Ein Drittel der befragten Nicht-SAP-Kunden könne sich vorstellen, die Software aus Walldorf im eigenen Unternehmen zu nutzen, wenn sie denn erschwinglich wäre (siehe auch: "Business ByDesign irritiert SAPs Mittelstandspartner").

Wie RAAD bemängelt, sind die eingesetzten ERP-Systeme in den mittelständischen Unternehmen allerdings selten auf dem aktuellen technischen Stand. Beispielsweise seien nur zehn Prozent der Lösungen für das Finanzwesen in den vergangenen zwei Jahren eingeführt oder ausgetauscht worden. Jedes zweite dieser Produkte tue schon länger als fünf Jahre seinen Dienst.

Das hat laut RAAD gravierende Folgen: "Auch wenn die Unternehmen ihre Systeme regelmäßig updaten, ist die Systemarchitektur bei mehr als der Hälfte der Anwender veraltet", so die Stellungnahme der Marktforscher. Das könne zu "erheblichen" Problemen hinsichtlich Wartung und Administration sowie Nutzerakzeptanz führen – und damit auf lange Sicht zu Wettbewerbsnachteilen. (qua)

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