154228

Mutter per GPS-Handy beim Fremdgehen erwischt

GPS-Handys mit Lokalisierungsfunktion können ein Segen oder ein Fluch sein. Durch Software wie Google Latitude, ZYB-Telefonbuch oder Nokia Friend Finder lassen sich die Bewegungen von Handybesitzern genau überwachen. Das hat in diesem Monat zu einer Schmunzelgeschichte und einer blutigen Familientragödie geführt.

Der Fernsehsender CBS 5 berichtet auf seiner Website über einen Handtaschendiebstahl, bei dem die Polizei den Täter auf Google Maps verfolgen und festnehmen konnte. Er hatte nicht gemerkt, dass in der braunen Ledertasche von Janina Valiente aus San Francisco ein Blackberry Bold 9000 lag, der seine Standortdaten ständig an ihre Schwester in Los Angeles sendete.

Die beiden Frauen nutzten seit einigen Wochen die Latitude-Funktion, mit der man die Position seines Handys auf Google Maps für Freunde sichtbar machen kann, als "Witz, um sich gegenseitig zu stalken". So nennt man das "willentliche und wiederholte (beharrliche) Verfolgen oder Belästigen einer Person", steht in Wikipedia. Doch verfolgt wurde nur der Handtaschendieb. Obwohl er in ein Auto sprang und wegfuhr, gab es kein Entrinnen. Janina rief ihre Schwester an, die der Polizei genau sagen konnte, wo der Dieb sich aufhielt. Eine halbe Meile vom Tatort entfernt konnten sie ihn festnehmen und die Tasche zurückbringen.

Der andere Fall endete dagegen tragisch. In Graham, im US-Staat Washington, erschoss ein Familienvater seine fünf Kinder und tötete sich selbst, nachdem er die Mutter der Famile beim Fremdgehen erwischt hatte. Darüber berichtet Yahoo! News. Vor der Tat hatte der Vater sich mit seiner ältesten Tochter auf die Suche nach der Frau gemacht. Weil Angela H. nicht zu finden war, lokalisierte die Tochter sie über eine GPS-Funktion am Handy der Mutter. Man fand sie mit einem anderen Mann in einem Lebensmittelladen, wo es zum Streit kam.

Angela H. sagte ihrem Ehemann, dass sie ihn für den anderen verlässt. James H. ging daraufhin nach Hause, wo er die Kinder mit mehreren Schüssen tötete. Als er zurück zum Laden kam und die Mutter erschießen wollte, konnte er sie nicht finden und tötete sich selbst. Das GPS am Handy ist zwar weniger für die Morde verantwortlich, als die vielen Waffen im Haus der Familie. Aber vielleicht hätte die Kurzschluss-Tat vermieden werden können, wenn sie die Mutter nicht so schnell gefunden hätten.

powered by AreaMobile

0 Kommentare zu diesem Artikel
154228