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Varoufakis' Stinkefinger-Video offenbar doch gefälscht

19.03.2015 | 09:16 Uhr |

Die Macher der ZDF-Sendung "Neo Magazin Royal" haben laut eigenen Angaben das Stinkefinger-Video von Varoufakis gefälscht.

Update 11:30 Uhr: Laut ZDF handelt es sich um den Beitrag von Böhmermann um eine Satire. Das Video über den Fake des Varoufakis-Videos ist also offenbar auch ein Fake... Weitere Infos will das ZDF in Kürze verkünden.

Am Sonntagabend hatte Günther Jauch den griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis per Live-Schaltung aus Athen zu Gast. In der Sendung wurde ein Video gezeigt, in dem Varoufakis zu sehen ist, wie er Deutschland den Stinkefinger zeigt. Varoufakis sprach sofort von einer Fälschung und war empört, weil ihm eine solche Geste zugetraut wurde. So richtig glauben wollte ihm angesichts des Videos aber niemand. Kurze Zeit später sprangen auch andere Medien auf den Zug und berichteten über den Skandal. Experten bestätigten die Echtheit des Videos. Jetzt ist klar: Das Video wurde offenbar doch gefälscht.

Per Twitter hat Jan Böhmermann von der ZDF-Neo-Sendung "Neo Magazin Royale" am Mittwochabend - während Deutschland im ZDF Champions League schaute - eine Bombe platzen lassen. "++ Breaking News ++ Wir unterbrechen das Internet für eine wichtige Durchsage", heißt es in dem Tweet. Es folgt ein Link zu einem Youtube-Video, in dem Jan Böhmermann erläutert, wie er mit seinen Kollegen das Video gefälscht hat. In sozialen Netzwerken verbreitete sich die Botschaft rasend schnell.

Die Redaktion von "Neo Magazin Royale" hat für die Fälschung angeblich ein Video verwendet, dass die Veranstalter des Subversive Festivals in Zagreb im Jahr 2013 während einer Rede von Yanis Varoufakis gedreht hatten. Dieses Video wurde dann mittels Videobearbeitung so verändert, dass Varoufakis scheinbar den Mittelfinger hebt, während er "and stick the finger to germany" sagt.

Im Original-Video ist diese Handbewegung nicht zu sehen. Die Handbewegung mit dem Stinkefinger wurde vom "Neo Magazin Royale" mithilfe eines Schauspielers gedreht und dann in die Orignal-Szene hinein montiert.

Anschließend, so Böhmermann, habe man auch noch Hilfe von den Veranstaltern der Konferenz in Zagreb erhalten. Diese hätten das von seiner Redaktion manipulierte Video in ihren Youtube-Kanal hoch geladen. Das geschah vor einigen Tagen. So fand das Video schließlich seinen Weg in die Sendung von Günther Jauch und brachte Yanis Varoufakis in Bedrängnis.

Hier das Video von "Neo Magazin Royale" in voller Länge. Der komplette Beitrag wird heute Abend auch in der Sendung des Magazins auf ZDF Neo gezeigt.

"Liebe Redaktion von Günther Jauch. Yanis Varoufakis hat Unrecht. Ihr habt das Video nicht gefälscht", sagt Böhmermann am Ende des Making-Of-Videos. Und weiter: "Ihr habt einfach nur das Video aus dem Zusammenhang gerissen und einen griechischen Politiker am Stinkefinger durchs Studio gezogen. Damit sich Muddi und Vaddi nach dem Tatort nochmal schön aufregen können. (...) Das habt ihr gemacht! Und der Rest ist von uns."

Yanis Varoufakis hat bereits auf das Video von "Neo Magazin Royale" reagiert. In der Nacht schrieb er per Tweet, Humor, Satire und Selbstironie seien ein wirksames Mittel gegen blinden Nationalismus. "Wir Politiker brauchen euch dringend", so Varoufakis an Böhmermann. In einem weiteren Tweet fordert der griechische Finanzminister eine Entschuldigung von Günther Jauch.

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