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VW weitet Rückruf wegen DSG-Problemen aus (Update)

16.05.2013 | 11:45 Uhr |

Volkswagen bekommt immer mehr Ärger mit seinen Doppelkupplungsgetrieben. Nach dem riesigen Rückruf in China, bei dem rund 380.000 Fahrzeuge in die Werkstätten mussten, müssen nun auch 91.000 japanische VW-Fahrer den Weg in die VW-Werkstatt suchen, damit ihr Automatikgetriebe überprüft und gegebenenfalls teilweise ausgetauscht wird. In Deutschland gibt es ebenfalls Probleme.

Wie Reuters meldet, hat Volkswagen seinen Rückruf in Zusammenhang mit seinem Doppelkupplungsgetriebe (auch als Direktschaltgetriebe bezeichnet - daher die Abkürzung DSG) ausgeweitet. Jetzt müssen auch 91.000 in Japan verkaufte Volkswagen in die Werkstätten. Dort wird das DSG überprüft und gegebenenfalls Teile der Mechatronik ausgetauscht. Grund: Das Automatikgetriebe von VW kommt offensichtlich mit dem „tropisch-feuchtheißen Klima in Verbindung mit dem extremen Stop-and-go-Verkehr in den dortigen Metropolen“ nicht klar. Zuvor hatte VW bereits fast 390.000 Fahrzeuge in China wegen dieses Problems in die Werkstätten gerufen.

Allerdings nicht ganz freiwillig: Chinesische Medien hatten (mit Zustimmung oder sogar auf Anweisung der Behörden?) erheblichen Druck auf VW ausgeübt. Da die Volksrepublik China ein sehr wichtiger Wachstumsmarkt für Volkswagen ist, musste Wolfsburg dem Druck schließlich nachgeben.

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In Deutschland sieht die Lage für Volkswagen etwas anders aus. Das Auto-Forum Motor-Talk hatte eine Umfrage zu DSG-Problemen gestartet, woraufhin sich VW gezwungen sah, wenigstens eine gewisse Kulanz in Aussicht zu stellen. Zu einem Rückruf wie in China oder Japan hat sich Volkswagen in Deutschland jedoch nicht entschlossen, angeblich weil die Probleme in Deutschland anderer Natur und weniger Fahrzeuge betroffen seien.

Rückrufe gab es zuletzt wie Sand am Meer: Mercedes rief den Citan wegen Problemen mit dem Seiten-Airbag zurück. Voraus gegangen war ein für Mercedes desaströs verlaufender Crashtest dieses Modells . BMW muss 64.000 ältere 3er-Modelle wegen defekter Airbags zurückrufen, Toyota, Nissan, Mazda und Honda starteten aus dem gleichen Grund bereits Mitte April einen Riesenrückruf. Und wieder einige Zeit vorher riefen Kia und Hyundai weltweit weit über eine Million Fahrzeuge zurück. 

Update 15. Mai 2013: Stellungnahme von Volkswagen

VW hat auf unsere Anfrage geantwortet. Das Wolfsburger Unternehmen unterscheidet demnach genau zwischen der Lage in Deutschland und der in Asien. Harthmuth Hoffmann, Konzernkommunikation Technologie sagte uns: " Aus Europa respektive Deutschland kennen wir nur Einzelfälle, die sich im Wesentlichen auf Komfort beziehen. Das heißt, die Kunden bemängeln ruckelndes Fahrverhalten in einzelnen Gängen, insbesondere in der Kaltfahrphase. Weil für uns die Kundenzufriedenheit höchste Priorität hat, bieten wir jedem Kunden mit seinem DSG-Getriebe Probleme an, sich an seinen Volkswagen-Partner zu wenden. Neben unserer 2-jährigen Garantie haben wir für berechtigte Beschwerden eine Kulanzregelung in Abhängigkeit des Fahrzeugalters und der Kilometerleistung eingerichtet. Diese Kulanz gilt grundsätzlich für alle Volkswagen mit DSG.
 
In Südostasien verhält sich die Situation deutlich anders. Hohe Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit und extrem hohes Stauaufkommen in den Megacities haben hier zu einer deutlich höheren Ausfallrate geführt und uns zu einem Rückruf in China (384.000 Fzg.), Japan (91.000Fzg) und weiteren Märkten veranlasst. In diesen Märkten kann es aufgrund der oben beschriebenen Bedingungen zu Fehlfunktionen in der Mechatronik des DSG gekommen, was in Einzelfällen auch zu Zugkraftunterbrechungen führen kann. Gleichzeitig wird eine überarbeitete Getriebesoftware aufgespielt."

Hinweis: In einer früheren Version dieser Meldung war die Rede von DSG-Problemen beim T5. Nach aktuellem Wissensstand scheint es beim T5 jedoch keine Hinweise auf häufigere Probleme mit dem DSG zu geben. Stattdessen scheint wohl die früher, also vor dem DSG, verbaute Wandlerautomatik etwas anfällig gewesen zu sein.

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