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VW und Volvo unterstützen Android Auto von Google

27.06.2014 | 15:23 Uhr |

Volkswagen und Volvo sind der Open Automotive Alliance beigetreten und wollen Googles Android Auto unterstützen. Auch Audi, Gründungsmitglied er OAA, setzt auf Android Auto, aber auch auf den Erzrivalen Apple Carplay.

Android Auto ist die von Google speziell angepasste Android-Version, die Google Automobil-Herstellern als Betriebssystem für deren Infotainment-, Telematik, Internet-Konnektivitäts- und Navigationssysteme anbietet. Also der direkte Konkurrent zu Apple Carplay, aber auch zu dem gerade erst entwickelten neuem System Dragon Drive von Nuance. Android Auto dürfte aber sicherlich nicht die eigenen Betriebssysteme der Automobil-Hersteller, die diese seit vielen Jahren entwickelt haben und auf denen deren Infotainmentsysteme wie BMW ConnectedDrive oder Audi Connect basieren, ersetzen, sondern nur ergänzen.

Automobil-Hersteller vs Google und Apple -wer sitzt am Steuer?
 
Android Auto soll die Smartphones und Tablets optimal mit der Auto-Elektronik verbinden und die Bereiche Navigation, Kommunikation und Musik sowie Sprachsteuerung abdecken. Android Auto ist aber kein Allein-Produkt von Google, sondern dahinter steht die Open Automotive Alliance (OAA) mit mittlerweile laut Google rund 40 Automobil-Herstellern, Automobil-Zulieferern und IT-Größen wie Nvidia. Bereits im Jahr 2014 wollen die ersten Automobil-Hersteller Fahrzeuge mit Android Auto auf den Markt bringen. BMW, Mercedes-Benz und auch Toyota/Lexus sind derzeit übrigens noch nicht Mitglied der Open Automotive Alliance. Mercedes-Benz unterstützte aber durchaus Apple Carplay.

Audi ist Gründungsmitglied der OAA
 
So hat beispielsweise der Ingolstädter Premium-Hersteller Audi jetzt verkündet, dass er die Software‑Plattformen Google Android Auto und Apple CarPlay in seine Fahrzeuge einbauen wolle. Wesentliche Funktionen würden künftig in das Audi Multi Media Interface (MMI) integriert.

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„Unsere Kunden wollen always on sein und die vom Smartphone bekannten Dienste auch im Auto nutzen“, sagt Prof. Dr. Ulrich Hackenberg, Vorstand Technische Entwicklung, der AUDI AG. „Wir arbeiten diesbezüglich eng mit führenden Unternehmen wie Google und Apple zusammen. Funktionen, die dem Kunden auf dem Smartphone zugänglich sind, kann er künftig auch über die Bediensysteme im Auto nutzen.“

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Hackenberg zufolge seien Anwenderfreundlichkeit und eine möglichst geringe Ablenkung wichtig. Zudem spiele die Datensicherheit eine zentrale Rolle. Audi trenne die fahrzeugbezogenen Funktionen von den Infotainment-Umfängen und würde so die Daten vor unbefugtem Zugriff sichern. Der Kunde müsse der Verwendung von Daten, die im Auto erzeugt werden, ausdrücklich zustimmen.“

Android als Armatur in das Auto integrieren

Audi zählt seit Anfang 2014 auf der CES 2014 zu den Gründungsmitgliedern der Google Open Automotive Alliance (OAA). Anders die Audi-Muttergesellschaft Volkswagen, die erst jetzt der Open Automotive Alliance (OAA) beigetreten ist. Volkswagen gab seinen Beitritt während der diesjährigen Entwicklerkonferenz Google I/O in San Francisco bekannt. Schon seit 2009 würde Volkswagen mit Google an der Integration von Diensten ins Automobil arbeiten.

Rassige Autos auf der CES 2014 in Las Vegas

Was die Wolfsburger können, können die Schweden (mit chinesischer Hilfe) auch. Dachte sich offensichtlich Volvo. Und trat nun ebenfalls der Open Automotive Alliance bei. Der neue Volvo XC90, der im Oktober seine Weltpremiere feiern soll, soll als erstes Fahrzeug des schwedischen Herstellers über Android Auto verfügen. Features und Services, die Android-Nutzer von ihren Smartphones und Tablets kennen, sollen damit in Zukunft über den großen Volvo Touchscreen auf der Mittelkonsole zugänglich sein.

Nutzer erhalten über Android Auto Zugang zu Google Search, Google Maps, Google Play Music und speziell adaptierten Apps von Drittanbietern wie etwa Spotify. Alle Smartphone-basierten Apps lassen sich per Sprachsteuerung sowie über die Bedientasten am Lenkrad und über den Touchscreen steuern.

Der große Tablet-artige Volvo-Touchscreen im Hochformat bietet Fahrern und Passagieren die Möglichkeit, sowohl die Volvo-Inhalte als auch die Funktionen von Android Auto gleichzeitig auf dem Bildschirm darstellen zu können. Ein Umschalten zwischen den beiden Ansichten sei nicht erforderlich.

Android Auto wird Volvo zufolge in allen neuen Volvo Modellen angeboten, die auf der skalierbaren Produkt-Architektur (SPA) basieren. Den Anfang macht eben der neue Volvo XC90, der auf dem Pariser Automobilsalon erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Die neuen Volvo Modelle auf Basis der SPA verfügen auch über Apple CarPlay. Damit haben Volvo Fahrer künftig die Möglichkeit, die am meisten genutzten Smartphone-Betriebssysteme direkt mit dem Infotainment-System ihres Autos zu verbinden.

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