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VW baut 1-Liter-Auto XL1

22.02.2013 | 09:16 Uhr |

Mit dem XL1 will Volkswagen ein echtes 1-Liter-Auto in den Handel bringen. Als Kombination aus Diesel- und Elektromotor. Für den Spritsparrekord werden kaufwillige Kunde aber eine Menge Geld hinlegen dürfen.

Volkswagen will mit dem XL1 das „sparsamste Serienautomobil der Welt“ tatsächlich in den Verkauf bringen. Um den theoretischen Spritverbrauch von 0,9 Liter auf 100 km zu erreichen, kombiniert VW einen Elektromotor mit einem Dieselaggregat. Beim XL1 handelt es sich also um ein Hybridfahrzeug, ähnlich wie bei der bekannten Toyota-Prius-Reihe. Nur mit dem Unterschied, dass Toyota einen Benzinmotor mit dem Elektromotor koppelt, wohingegen beim XL1 ein Dieselmotor zum Einsatz kommt (ein Diesel-Hybrid ist derzeit noch eine sehr seltene Technologie, die beispielsweise Citroen anbietet). Der gegenüber dem Benziner sparsamere Dieselmotor ermöglicht eine zusätzliche Reduzierung des Spritverbrauchs.

Außerdem hat VW beim XL1 den Luftwiderstandsbeiwert (cw) auf beachtliche 0,189 gesenkt, was ebenfalls zur Verbrauchssenkung beiträgt. Das ist aber noch nicht alles in Sachen CO2-Reduzierung. Denn der XL1 ist zusätzlich noch ein Plug-In-System, seinen Strom kann man also auch an einer Steckdose zapfen (ähnlich wie der Toyota Prius Plug-in Hybrid). Das Aufladen an einer üblichen Steckdose zu Hause in der Garage dauert zirka zwei Stunden, wie Volkswagen auf unsere Nachfrage erklärte. Ein externes Ladegerät wird mitgeliefert. Mit vollaufgeladener Batterie kann der XL1 laut VW bis zu einer Distanz von 50 Kilometer auch rein elektrisch fahren. Als Stromspeicher für den Elektromotor dient eine Lithium-Ionen-Batterie.

Elektro- und Dieselmotor

Für den Antrieb sorgen ein Elektromotor mit (20 kW/27 PS) und der Zweizylinder-TDI-Motor (35 kW/48 PS). Der niedrige Luftwiderstandswert und das geringe Gewicht sind die Gründe, weswegen der Elektromotor in der Lage sein soll mit 6,2 kW/8,4 PS den Wagen mit einer konstanten Geschwindigkeit von 100 km/h über die Ebene gleiten zu lassen. Im Elektrobetrieb begnügt sich der XL1 dann laut Volkswagen mit weniger als 0,1 kWh für mehr als einen Kilometer Fahrstrecke. Schalten muss der Fahrer nicht, das übernimmt das für VW/Audi typische 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG).

Den Kohlendioxidausstoß gibt VW mit bemerkenswerten 21 g/km an. Das ganze Spritsparen soll aber nicht zu sehr aus Kosten der Fahrfreude gehen, wie VW verspricht: Bei Bedarf beschleunigt der bis zu 160 km/h schnelle XL1 aus dem Stand heraus in 12,7 Sekunden auf 100 km/h.

Alltagstauglich mit kleinem Kofferraum

VW betont die Alltagstauglichkeit des XL1. Mit einem Vollhybrid wie dem XL1 muss man in der Tat im Unterschied zu einem reinen Elektroauto nicht die Angst haben, unterwegs stehen zu bleiben. Unter dem Gesichtspunkt Mobilität dürfte der XL1 also tatsächlich recht alltagstauglich sein. Die viele Technik und die relativ kleinen Abmessungen fordern aber ihren Tribut beim Kofferraumvolumen: Es beträgt 120 Liter, wie uns Volkswagen erklärte – das reicht für einen großen Reisekoffer. Der seinerzeit ebenfalls recht knapp bemessene vordere Kofferraum des VW Käfers lässt grüßen… Beim XL1 handelt es sich außerdem um einen Zweisitzer, bei dem die Passagiere leicht versetzt nebeneinander Platz nehmen.

Der XL1 ist von der Optik und von den Abmessungen wie ein Sportwagen konstruiert: 795 Kilogramm leicht (weniger als ein Kleinstwagen wie der VW Up! oder der Toyota Aygo) und besitzt einen niedrigen Schwerpunkt (1,153 mm Höhe). Der Spritsparmeister ist 3,88 Meter lang und 1,66 Meter breit.

Preis und Verkaufsstart

Natürlich stellt sich die Frage nach dem Preis: Hierzu verweigert VW jede Auskunft. Ebenso will das Unternehmen nicht verraten, wann der XL1 in den Handel kommen soll. Eines dürfte aber trotzdem schon feststehen: Beim XL1 wird es sich um ein exklusives Öko- und Technik-Spielzeug für Menschen mit üppig gefüllter Brieftasche handeln. Denn so sehr der XL1 auch im Alltag Sprit sparen mag, der Anschaffungspreis wird sicher sehr hoch sein. Die potenziellen Käufer dürften also eher vermögende Technik-Avantgardisten sein oder Menschen, die ihr ökologisches Gewissen beruhigen wollen (vielleicht weil sie als Erstwagen ein spritschluckendes SUV fahren), als Familien, die einen sparsamen Zweiwagen suchen.

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