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VW: Riesenärger vor der CES-Eröffnungsrede

05.01.2016 | 18:10 Uhr |

Die USA verklagen VW. Ausgerechnet kurz vor der Eröffnungs-Rede des VW-Markenvorstandes zur CES in Las Vegas. VW zeigt dabei auch eine Fahrzeugstudie für erschwingliche Langstrecken-Elektromobilität: Den Microbus?

Das könnte eine besonders spannende Keynote werden: Rund 1,5 Tage vor der CES-Eröffnungsrede von Volkswagenmarkenchef Herbert Diess haben das US-Justizministerium und die US-Umweltbehörde EPA Zivilklage gegen VW wegen des Abgasskandals eingereicht. Weil VW eine betrügerische Software, das Defeat Device, eingesetzt habe und gegen das Luftreinhaltungsgesetz verstoßen habe. Die beiden US-Behörden haben die Klage in Detroit im US-Bundesstaat Michigan eingereicht. Sowohl gegen VW als auch gegen dessen Tochterunternehmen Audi und Porsche. Zu dieser Klage kommen aber noch die Zivilklagen von betroffenen US-Kunden und eventuell auch noch ein Strafverfahren.

Allein aus der jetzt eingereichten Zivilklage von US-Justizministerium und EPA könnte theoretisch eine maximale Schadenssumme von rund 90 Milliarden Dollar resultieren. Das ist deutlich mehr, als bisher als Schadenssumme im Raum stand: Von zirka 18 Milliarden Dollar war bisher die Rede. Die VW-Aktie verlor nach dieser Mitteilung vier Prozent an Wert. Diese 90 Milliarden Dollar sind aber die maximal denkbare Schadenssumme, wenn VW in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen werden würde. VW will die CES für einen Neustart nutzen und seine Innovationen bei Elektromobilität und Car-Konnektivität demonstrieren. Besondere Aufmerksamkeit dürfte dabei das Elektro-Auto erregen, das VW vorstellen will. Dabei soll es sich um die schon länger bekannte Studie eines Microbuses handeln, der optische Anleihen beim T1 nimmt, der ersten Generation des VW-Buses. Anders als die bisher immer wieder diskutierte Studie soll VW diesen Microbus (das war die Verkaufsbezeichnung des T1 in den USA) aber tatsächlich in den Verkauf bringen.

Die VW-Keynote zur CES 2016 in Las Vegas beginnt heute um 20.30 Uhr Ortszeit in Las Vegas (5.30 Uhr MEZ). Die CES selbst öffnet morgen ihre Tore.

Ende des Updates, Beginn der ursprünglichen Meldung:

Volkswagen will die CES 2016 in Las Vegas nach dem Abgasskandal für einen Neustart in den USA nutzen. Herbert Diess, Markenvorstand von Volkswagen, darf am 5. Januar ab 20.30 Uhr US-Zeit eine der beiden ersten Keynotes zur CES halten (dann ist es in Deutschland 5.30 Uhr am 6. Januar). Damit nimmt Diess auf der CES eine ähnlich prominente Sprecherrolle ein wie Daimler-Chef Dieter Zetsche ein Jahr zuvor.

Herbert Diess ist Vorsitzender des Markenvorstands von Volkswagen-PKW
Vergrößern Herbert Diess ist Vorsitzender des Markenvorstands von Volkswagen-PKW
© CES

Volkswagen will auf der CES in Las Vegas von 6. bis 9. Januar 2016 seine Entwicklungen in der Elektromobilität sowie bei der Connectivity vorführen. Mit einer völlig neuen Fahrzeugstudie will Volkswagen zeigen, wie sehr sich das Auto in den kommenden Jahren verändern wird. VW spricht in diesem Zusammenhang vom „Aufbruch in eine neue Ära der erschwinglichen Langstrecken-Elektromobilität“. Darüber hinaus will VW zeigen, welcher Kundennutzen bei Volkswagen durch die fortschreitende Vernetzung des Autos in näherer Zukunft erreicht werden soll. Zudem werden neue Anzeige- und Bedienkonzepte in Las Vegas ihre Premiere feiern. So wird Volkswagen einen konkreten Ausblick auf die kurz vor Markteinführung stehende Weiterentwicklung des Fahrzeug-Infotainment geben. Damit sollen Neuerungen aus dem Konzeptauto Golf R Touch den Weg in die breite Produktpalette von Volkswagen finden.

Microbus: Rein elektrisch und kleiner als der T5

VW hat bis jetzt nicht verraten, was es mit der „völlig neuen Fahrzeugstudie“ konkret meint. Allgemein geht man aber davon aus, dass damit der Microbus gemeint ist. VW hatte diese Studie bereits vor einigen Jahren vorgestellt und sogar ihr Produktionsstart wurde damals bereits von diversen Automedien gemeldet. Doch daraus wurde nichts, in den letzten Jahren wurde es still um den Microbus. Bis zur CES 2016.

Dieser Microbus mit Elektroantrieb erinnert mit diversen Designelementen an den T1, die erste Generation des VW Busses: Zweifarben-Lackierung, breite D-Säulen, Schuhkarton-artige Karosserieform und kurzer Überhang vorne mit weit nach vorne gerückten A-Säulen. Technisch hat der Microbus mit dem luftgekühlten Klassiker, den VW unter anderem unter der Bezeichnung Microbus in den USA verkaufte, aber nichts gemeinsam.

Der neue Microbus soll eine maximale elektrische Reichweite von 400 bis 500 Kilometer haben und ab 2017 im mexikanischen VW-Werk in Puebla produziert werden, wie Autocar berichtet. Der Elektromotor soll sich zwischen den Vorrädern befinden, die Batterien will VW entlang des Bodenblechs verbauen.

Der Microbus soll kleiner als der T5, die aktuelle Generation des VW Busses, ausfallen. Neben der Elektro-Variante soll VW aber auch Benzin- und Dieselmotoren im Microbus anbieten.
 
 

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