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Google sorgt für einheitliches Web-Video-Format

19.05.2010 | 20:15 Uhr |

Google hat heute bekannt gegeben, den Video-Codec VP8 frei verfügbar zu machen. Direkt im Anschluss erklärten Mozilla, Opera und Adobe, dass sie auf den Zug aufspringen.

Dass HTML5 die nahtlose Integration von Videos ohne zusätzliche Plug-ins unterstützt, ist soweit nichts neues. Problematisch war bisher, dass es keinen effizienten und hochqualitativen Videocodec gab, der ohne Lizenzkosten nutzbar war. Dieses Problem hat Google jetzt gelöst, musste dafür aber tief in die Tasche greifen: Über 100 Millionen Dollar kostete der Kauf des Codec-Herstellers On2.

Den VP8-Codec stellt Google nun lizenzkostenfrei und im Quelltext zur Verfügung. Die Weiterentwicklung wird vom neu gegründeten WebM-Projekt gesteuert. Dass Googles Browser Chrome und Googles Handy-Betriebssystem Android VP8 unterstützen werden, überrascht wenig. Aber auch Mozilla (Firefox) und Opera haben angekündigt, VP8 einzubinden. Opera hat sogar schon eine entsprechende Beta-Version zum Download bereit gestellt . Auch der Flash-Player wird demnächst VP8-Videos abspielen können. Das ist wichtig für Browser-Versionen, die mit HTML5 nichts anfangen können oder auf andere Codecs setzen. Youtube hat bereits begonnen, alle Videos in VP8 umzuwandeln.

Es bleibt spannend, ob sich auch Apple (Safari, iPhone und iPad) und Microsoft (Internet Explorer und Silverlight) den VP8-Befürwortern anschließen werden. Falls ja, steht einem plattformübergreifenden Video-Standard nichts mehr im Wege.

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