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VIA setzt auf günstige Preise statt auf Geschwindigkeit

16.10.2002 | 14:08 Uhr |

VIA Technologies zweifelt daran, ob Anwender wirklich einen Prozessor mit drei Gigahertz benötigen. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass niedrige Preise die Käufer eher anlocken als pure Geschwindigkeit.

VIA Technologies zweifelt daran, ob Anwender wirklich einen Prozessor mit drei Gigahertz benötigen. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass niedrige Preise die Käufer eher anlocken als pure Geschwindigkeit.

Glenn Henry von Centaur Technology, VIAs Prozessor-Tochtergesellschaft, weist in einem Gespräch auf dem Microprocessor Forum in San Jose darauf hin, dass die meisten Anwender keine ultra-schnellen Prozessoren benötigen; sie brauchen lediglich eine CPU, die schnell genug ist, die gewünschte Arbeit zu erledigen.

VIA habe sich daher dazu entschieden, sich auf die Entwicklung von einfachen, preisgünstigen Prozessoren zu konzentrieren, die in der Lage seien Mainstream-Anwendungen wie Mail, Internet und Office-Programme zu bewältigen, fährt Henry fort. Darüber hinaus ist er der Ansicht, dass andere Unternehmen um die Gunst der Power-User, die immer schnellere Prozessoren wünschen, wetteifern sollen. "Unglücklicherweise konzentriert sich unsere Branche auf Megahertz", fügt Henry hinzu.

Trotz der gegenwärtigen Wirtschaftskrise konnte VIA Henry zufolge die Verkaufszahlen seiner Prozessoren kontinuierlich erhöhen. Vielleicht sei gerade die wirtschaftliche Situation ein Grund für diese Verbesserung, so Henry. So verfügen Unternehmen und Privatleute über weniger Geld und interessieren sich mehr für preisgünstige PCs statt für die größten und schnellsten.

"Zu dem Zeitpunkt, an dem Anwender weniger Geld haben, gewinnen diejenigen mit dem günstigsten Preis", so Henry. Er verweist dabei auf eine Reihe erfolgreicher PCs, die auf VIA-Technologie basieren und über die Website von Wal-Mart vermarktet werden. So koste der Microtel PC mit einem 800-Megahertz-C3-Prozessor und Lindows-Betriebssystem 200 Dollar. Das gleiche System - ausgestattet mit einem Celeron mit 1,3 Gigahertz - koste 400 Dollar. "Für Anwender, die sich am Preis orientieren, ist der Unterschied zwischen 200 und 400 Dollar ziemlich hoch", so Henry.

VIA: HiFi-PC fürs Wohnzimmer (PC-WELT Online, 10.10.2002)

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