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HP liefert Services nun auch in Modulen

07.12.2007 | 14:47 Uhr |

Spät startet Hewlett-Packard (HP) mit verbrauchsabhängigen und vorkonfigurierten IT-Dienstleistungen. Dafür lockt das Unternehmen mit Flexibilität.

Ein Preisbeispiel für Storage-Services: Die Klassen A1, A2, B1 usw. kennzeichnen unterschiedliche Verfügbarkeit.
Vergrößern Ein Preisbeispiel für Storage-Services: Die Klassen A1, A2, B1 usw. kennzeichnen unterschiedliche Verfügbarkeit.
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HP bringt peu à peu neue " Utility Sourcing Services " (USS), die insbesondere mittelständischen Anwendern erlauben sollen, IT-Ressourcen nach Bedarf zu beziehen und nach Verbrauch zu bezahlen. Den Anfang haben bereits Servicemodule für das Data-Management und für ERP-Anwendungen gemacht. Sie sind bereits seit längerer Zeit auf den Markt und werden schon von diversen Anwenderunternehmen genutzt. Dazu zählen etwa der Finanzdienstleister MLP und Vaillant , Hersteller von Heizungs- und Klimaanlagen . Weiter Servicebausteine, etwa für den E-Mail-Verkehr, den Datenbankenbetrieb und das Server-Hosting sind in Vorbereitung oder gerade an den Start gegangen (siehe Grafik).

Preisbeispiel Exchange: Den Mailbox-Betrieb gibt es ab 6,48 Euro.
Vergrößern Preisbeispiel Exchange: Den Mailbox-Betrieb gibt es ab 6,48 Euro.
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"Das ist eine neue Art, Services zu betreiben", sagte Edgar Aschenbrenner, verantwortlich für HPs IT-Dienstleistungsgeschäft in Deutschland. "Außerdem erschließen wir uns mit diesem Angebot ein neues Kundensegment." HP hofft, mittelständische Kunden für die Dienste zu gewinnen. Helfen sollen HP-Partner, die den direkten Draht zu kleineren Anwenderunternehmen haben. Sie sollen als Wiederverkäufer die HP-Dienstleistungen an den Mann bringen. Die Ziele sind vorerst bescheiden. Bislang hat der Anbieter eigenen Angaben zufolge 170 Kunden, die Services im Rahmen dieses verbrauchsabhängigen Preismodells beziehen. Bis Ende Oktober 2008 sollen weitere 50 hinzukommen. "Der Markt ist reif für das Utility-Modell", hofft Aschenbrenner und verweist auf Marktprognose von Forrester Research. Starke Nachfrage erwartet der HP-Manager, sobald sich die Angebote etabliert haben.

Diesbezüglich haben Konkurrenten schon Vorarbeit geleistet. Verbrauchsabhängige Services haben viele IT-Dienstleister im Portfolio, T-Systems berichtet beispielsweise von reger Nachfrage nach den " Dynamic- IT"-Offerten . Den späten Markteintritt möchte HP durch mehr Flexibilität wettmachen. So verlangt HP keine beziehungsweise nur eine geringe Mindestabnahme (das Storage-Paket startet bei zehn Gigabyte). Der IT-Bezug kann jederzeit hoch- und runterskaliert werden, ohne dass sich Änderungen auf die Stückpreise auswirken. Zur erstmaligen Nutzung ist eine Online-Anmeldung erforderlich. Gezahlt wird aber erst, sobald die ersten Services fließen. Allerdings kostet das Setup Geld, im Falle der Online-Speicherung zum Beispiel 428 Euro.

Preisbeispiel ERP: Hier hat HP ein nach der User-Zahl abgestuftes Preismodell entworfen.
Vergrößern Preisbeispiel ERP: Hier hat HP ein nach der User-Zahl abgestuftes Preismodell entworfen.
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Mit diesem Bezahlmodell entfallen IT-Fixkosten und Kapitalbindung, da IT-Ressourcen ausschließlich zu variablen Kosten verbrauchsabhängig abgerechnet werden, wirbt HP. Ein Web-Portal erlaubt es den Anwendern den Leistungsverbrauch zu kontrollieren sowie den Service zu steuern. Gezahlt wird beispielsweise pro Mail-Account, Gigabyte Speicherplatz oder Anwender eines ERP-Systems. In den meisten Servicepaketen gibt es keine Mengenrabatte, die Stückpreise variieren nur aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen an die Verfügbarkeit.

Das komplette HP-Angebot im Überblick. Die weiteren Pläne lauten: Ausbau der Archivierungs-Services, dass sie gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Zudem soll das Portfolio um Servicemodule für den Desktop-Betrieb erweitert werden.
Vergrößern Das komplette HP-Angebot im Überblick. Die weiteren Pläne lauten: Ausbau der Archivierungs-Services, dass sie gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Zudem soll das Portfolio um Servicemodule für den Desktop-Betrieb erweitert werden.
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HP schätzt, dass Unternehmen mit den Utility Sourcing Services zwischen 20 und 40 Prozent sparen können. Im Falle eines nicht genannten Großkunden hat der Dienstleister beispielsweise 80.000 Mailboxen auf die eigene Utility-Plattform migriert. 30.000 weitere E-Mail-Account des Kunden sind seit Betriebsstart hinzugekommen. Die Kostenseinsparung beziffert Aschenbrenner auf 23 Prozent pro Mailbox. (jha)

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