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Urteil: Microsoft zahlt 10.000 Dollar Schadenersatz für Windows-10-Upgrade

28.06.2016 | 10:32 Uhr |

Ein US-Gericht hat Microsoft zu 10.000 Dollar Schadenersatz verurteilt. Wegen eines Upgrades auf Windows 10 ohne Zustimmung der PC-Besitzerin.

Eine US-Amerikanerin namens Teri Goldstein hat sich gerichtlich gegen Microsofts Upgrade-Strategie gewehrt. Und vor Gericht einen Sieg über den Software-Giganten erzielt: Microsoft muss der resoluten Dame 10.000 Dollar Schadenersatz zahlen, wie die Zeitung Seattle Times berichtet.

Goldstein betreibt in Kalifornien ein Reisebüro. Auf ihrem Arbeitsrechner soll Microsoft den Download von Windows 10 und dessen Installation ohne Goldsteins Zustimmung durchgeführt haben. Im Rahmen des automatischen Upgrade-Mechanismus‘ soll das bereits kurz nach der Freigabe von Windows 10 im Juli 2015 passiert sein.

Das von Goldstein nicht genehmigte Upgrade schlug fehl: Nach dem Upgrade habe der Arbeitsrechner nur noch im Schneckentempo reagiert, er stürzte ab und war mehrere Tage lang nicht benutzbar.

Goldstein beteuerte, dass niemand sie gefragt habe, ob sie auf Windows 10 umsteigen wolle. Sie hätte von Windows 10 überhaupt noch nichts gehört gehabt zu diesem Zeitpunkt. Der Microsoft-Support konnte das Problem ebenfalls nicht lösen, weshalb Goldstein Microsoft verklagte. Auf Ersatz für die entgangenen Einnahmen und auf Ersatz des Rechners durch einen neuen PC. Das Gericht gab der Klägerin Recht.

Microsoft hat laut der Seattle Times das Urteil akzeptiert und den Schadenersatz bereits bezahlt. Microsoft bestreitet jedoch etwas falsch gemacht zu haben. Man habe nur deshalb auf Revision verzichtet um einen teuren Rechtsstreit zu vermeiden.

Damit stellt sich aber nun die Frage, wie Microsoft reagiert, wenn Goldstein viele Nachahmer findet, die nun auch alle Microsoft auf Schadenersatz verklagen.

Microsoft erhöhte Upgrade-Druck

Seit der Freigabe der finalen Version von Windows 10 im Juli 2015 hat Microsoft den Upgrade-Druck auf die Besitzer älterer Windows-Versionen stetig erhöht. Nachdem das Upgrade anfangs unter Windows 7 und 8.1 nur als freiwilliges Update angezeigt wurde, stufte Microsoft das Upgrade auf Windows 10 schließlich zum empfohlenen Update hoch. Mit der Folge, dass der Download von Windows 10 ab Februar 2016 auf Rechnern mit Windows 7 und 8.1 automatisch angestoßen wurde. Bereits ab Dezember 2015 schob Microsoft zudem ein neues Popup hinterher, dass die Windows-7 und 8.1-Anwender zum Upgrade aufforderte.

Prompt berichteten Anwender von Zwangs-Upgrades, nach denen auf Rechnern mit Windows 7 und Windows 8.1 sich Windows 10 automatisch installiert habe.

Im Mai 2016 verschärfte Microsoft dieses Popup noch einmal: Ein Klick auf "x" bedeutet Zustimmung zum Upgrade und nicht wie bei „x“ eigentlich üblich die Ablehnung desselben.

Tipp I: Nach dem 29. Juli 2016 gibt es für Windows 7- und Windows 8-Nutzer kein kostenloses Upgrade mehr auf Windows 10. Sofern Sie Windows 10 also installieren wollen, sollten Sie das Upgrade nun durchführen.

Tipp II: So können Windows-XP-Nutzer noch preiswert Windows 10 bekommen.

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