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Urteil: Auch Emojis können als Beleidigung gelten

19.08.2016 | 16:29 Uhr |

Emojis können von Gerichten als Beleidigung gesehen werden. Dennoch konnte ein Angestellter seine Kündigung noch einmal abwenden.

Das Landesarbeitsgericht in Baden-Württemberg hat in einem Fall klargestellt, dass Emojis im Internet als Beleidigung angesehen werden können. Ein Angestellter hatte in einer öffentlichen Unterhaltung auf Facebook über die Krankschreibung eines Kollegen gewettert. Dazu nutze er ein Schweinchen-Emoji in Verbindung mit dem Wort „fett“. Als der Chef wenig später auf die Unterhaltung stieß, ging er davon aus, dass er damit gemeint sei. Das Resultat war die Kündigung des Verfassers. Dieser klagte jetzt erfolgreich gegen des Rauswurf.

Das Gericht entschied in diesem Einzelfall, dass der Facebook-Beitrag nicht als Kündigungsgrund ausreicht. Vielmehr wäre eine Verwarnung des Angestellten angemessen gewesen. Als Ergebnis ist die Kündigung nicht rechtskräftig.

Begründet wurde die Entscheidung vom Gericht damit, dass der Adressat der Beleidigung nicht eindeutig zu erkennen wäre. Dennoch sei der Ausdruck „fettes Schwein“ eine grobe Beleidigung. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob für das Wort Schwein ein Emoji genutzt wurde.

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