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Prominente bitten Kanzlerin um Unterstützung

25.04.2008 | 12:47 Uhr |

Anlässlich des "Tages des Geistigen Eigentums" haben sich rund 200 Komponisten und Musiker, Autoren und Verleger sowie Schauspieler und Filmemacher in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt und um Unterstützung im Kampf gegen Tauschbörsen und Co. gebeten.

In dem offenen Brief weisen die Unterzeichner darauf hin, dass im vergangenen Jahr "über 300 Millionen Musiktitel illegal aus dem Internet heruntergeladen wurden", ohne dass die Kreativen eine angemessene Entlohnung erhalten hätten. Das Verhältnis zwischen legal gekauften Inhalten und illegal geladenen betrage laut Brief 1:10.

Weiter wird in dem Brief darauf hingewiesen, dass sich Kanzlerin Merkel in China beim Thema Produktpiraterie für die deutsche Industrie vorbildlich einsetze, ein ähnliches Vorgehen würde man sich auch für Deutschland wünschen. Anderenfalls würde die Vielfalt der Kultur- und Kreativ-Wirtschaft in Deutschland abnehmen und damit "eine wichtige Zukunftsressource" verspielt. Aus Sicht der Unterzeichner ist aber gerade die Kultur- und Kreativ-Wirtschaft ein künftiger Motor für Wachstum und Wohlstand. Da es ohne Musik, Filme oder Hörbücher auch keinen Bedarf für iPods, Flachbildfernseher oder Internet-Breitbandzugänge gäbe.

Die Unterzeichner rufen die Kanzlerin auf, sich ein Beispiel an anderen Ländern wie England oder Frankreich zu nehmen. Hier wird auf dortige Überlegungen angespielt, nach denen Wiederholungstätern in Sachen Tauschbörsennutzung der Internet-Zugang gesperrt werden soll. Das geistige Eigentum solle nun zur Chefsache erklärt werden, vor allem um Nachwuchskünstler zu schützen, die besonders unter der Internet-Piraterie leide. Etablierte Künstler hätten noch den Vorteil, von den Erfolgen der Vergangenheit zehren zu können, schreiben die Autoren.

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