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Urheber des Kournikova-Wurms geht in Berufung

06.05.2002 | 14:39 Uhr |

Der Urheber des Computervirus "Anna Kournikova", der im vergangenen September zu 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt wurde, will Berufung einlegen. Wie bereits in der ersten Verhandlung will die Verteidigung geltend machen, dass er sich der Konsequenzen seines Handelns nicht bewusst gewesen sei.

Der Urheber des Computervirus "Anna Kournikova", der im vergangenen September zu 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt wurde, will Berufung einlegen. Das erklärte sein Anwalt am vergangenen Freitag, wie unsere Schwesterpublikation Computerwoche berichtet.

Der 21-jährige Holländer Jan de Wit hatte im Februar 2001 einen Wurm mit dem Bild der russischen Tennisspielerin Anna Kournikova in Umlauf gebracht. Der auch als "VBS/SST-A" bekannte Erreger verbarg sich im Anhang einer Mail mit der Betreffzeile "Here you have, ;0)" und dem Text "Hi: Check This!". Das Virus hatte Millionen Computer weltweit befallen und Systeme lahm gelegt.

De Wits Anwalt erklärte, sein Klient sei mit dem Urteil nicht einverstanden. Wie bereits in der ersten Verhandlung will die Verteidigung geltend machen, dass de Wit sich der Konsequenzen seines Handelns nicht bewusst gewesen sei. Schon im damaligen Prozess hatte das Gericht dieser Theorie nicht geglaubt, denn De Wit besaß eine Sammlung von 7200 Viren und arbeitete in einem Computerladen.

Erst in der vergangenen Woche wurde auch der Autor des Makrovirus "Melissa" in den USA verurteilt (wir berichteten). Den 33-jährigen David Smith traf es deutlich härter als de Wit: Er muss 20 Monate ins Gefängnis und eine Geldstrafe von 5000 Dollar zahlen.

Computervirus "Klez" sorgt für Ärger und Peinlichkeiten (PC-WELT Online, 30.04.2002)

Klez-H-Wurm löst weltweite "Epidemie" aus (PC-WELT Online, 24.04.2002)

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