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PDF-Angriffe werden raffinierter

06.01.2010 | 14:58 Uhr |

Eine noch nicht behobene Sicherheitslücke in Adobe Reader wird inzwischen auf breiter Front für Angriffe genutzt. Zum Teil werden recht ausgefeilte Methoden eingesetzt, um eine Entdeckung des Angriffs zu verhindern.

Seit Mitte Dezember ist eine Schwachstelle in Adobe Reader bekannt, die das Einschleusen und Ausführen von beliebigem Code ermöglicht. Online-Kriminelle bedienen sich längst dieser neuen Möglichkeit und ihre Angriffe werden immer raffinierter. Eine kürzlich abgefangene, speziell präparierte PDF-Datei demonstriert, wie viel Mühe sich die Angreifer machen, um ihre Attacken zu verbergen.

Bojan Zdrnja berichtet im Blog des Internet Storm Center über die Ergebnisse seiner Analyse einer schädlichen PDF-Datei, die eine Sicherheitslücke in der aktuellen Version des Adobe Reader ausnutzt. In die PDF-Datei eingebettet sind zwei EXE-Dateien, die mit Hilfe des enthaltenen Exploit-Codes gestartet werden. Eine soll eine Internet-Verbindung zu einem PoisonIvy-Client (ein Fernwartungsprogramm) herstellen, die andere öffnet eine harmlose PDF-Datei im Adobe Reader.

Da der Adobe Reader beim Öffnen der ursprünglichen PDF-Datei abstürzt, sobald der Exploit-Code ausgeführt wurde, kann durch das Öffnen einer zweiten, harmlosen PDF-Datei beim Anwender der Eindruck entstehen, alles sei in bester Ordnung. Tatsächlich ist sein Rechner jedoch mit einem Trojanischen Pferd verseucht. Derartige Angriffe werden vor allem zielgerichtet auf einzelne Personen eingesetzt, weniger in breit gestreuten Attacken auf normale Web-Nutzer.

Adobe hat für den 12. Januar ein Update angekündigt , das diese Sicherheitslücke im Reader stopfen soll. Bis dahin sollten Anwender Javascript im Adobe Reader ausschalten oder alternative PDF-Betrachter einsetzen. Mit dem kommenden Update will Adobe für ausgewählte Tester eine neue Funktion ausliefern, die ein "stilles Update" des Programms ermöglicht - der Anwender wird also nicht gefragt, bevor ein Update installiert wird.

Nach erfolgreichen Tests soll diese (abschaltbare) Update-Funktion auch in zukünftigen regulären Reader-Versionen zum Einsatz kommen. Adobe will so die Zahl veralteter und anfälliger Reader-Installationen reduzieren. Google hat mit seinem Web-Browser Chrome bereits gute Erfahrungen mit stillen Updates gemacht.

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