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Dell verkauft XP-PCs/Notebooks bis 2011

22.04.2008 | 10:32 Uhr |

Windows XP will einfach nicht sterben. Nachdem sich Microsoft zähneknirschend dazu bereit erklärt hat, den Vista-Vorgänger zumindest für den Einsatz auf Mini-PCs/Mobile Internet Devices (MID) länger als ursprünglich geplant auszuliefern, hat PC-Versandhändler Dell jetzt erklärt, Windows XP auch auf Business-PCs und -Notebooks bis 2011 verkaufen zu wollen. Das ist eine böse Schlappe für Vista.

Ursprünglich wollte Microsoft den Verkauf von Windows-XP-Lizenzen bereits im Januar 2008 einstellen. Der Aufschrei besonders unter Unternehmenskunden war riesig, also verlängerte Microsoft die Galgenfrist für XP bis zum 30. Juni 2008. Doch dann kam Asustek mit dem EEE PC und erfand damit flugs eine neue Geräte-Kategorie von Mini-PCs, für die Intel prompt den passenden Prozessor nachlieferte: Die Atom-CPU. Ein neuer Name für die kleinen, unterhalb der Sub-Notebooks angesiedelten Mini-PCs war auch schnell gefunden: Mobile Internet Devices (MID). Diese MIDs geizen jedoch erheblich mit Hardware-Ressourcen, schließlich sollen sie ja sparsam sein und wenig kosten. Das Ressourcen-hungrige Windows Vista ist für diese Geräte-Familie das denkbar ungeeignetste Betriebssystem. Prompt stellten und stellen immer mehr Hersteller MIDs mit vorinstalliertem Linux vor, Microsoft drohte diesen Markt völlig zu verpassen.

Das alles setzte Microsoft massiv unter Zugzwang, der 30. Juni 2008 als Todestag für XP war nicht mehr zu halten. Also erklärten sich die Redmonder bereit, Windows XP-Lizenzen an Produzenten von MIDs auch nach dem 30.6. auszuliefern. Bis zum Juni 2010 soll man demnach MIDs mit vorinstalliertem Windows XP kaufen können. Für alle anderen Notebook- und PC-Arten sieht Microsoft nach dem Stichtag 30. Juni 2008 aber weiterhin Windows Vista als ausschließliches Betriebssystem vor. Zumindest glaubte man das in der Microsoft-Zentrale.

Denn Dell plant anders. Der Online-PC-Händler will PCs und Notebooks für Business-Kunden auch nach dem 30. Juni 2008 mit Windows XP verkaufen. Damit trägt Dell dem offensichtlichen Bedürfnis von Business-Kunden Rechnung, wie unsere Kollegen vom IDG-Newsservice berichten.

Konkret will Dell Optiplex-Rechner und Latitude-Notebook optional mit Windows XP anbieten. Beide Geräte-Familien richten sich an Business-Kunden. Dell will dieses Angebot bis 2011 aufrecht halten und zwar ohne Zusatzkosten für die Kunden. Sollte Microsoft wie erwartet den Vista-Nachfolger Windows 7 vor 2011 auf den Markt bringen, so könnten Business-Kunden sich dann sogar in aller Ruhe die Features von Windows 7 anschauen und dann überlegen, ob sie auf Windows 7 wechseln. Falls nicht, können Sie immer noch zu neuen Geräten mit Windows XP greifen.

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