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Weniger Firmen machen pleite

12.03.2008 | 13:56 Uhr |

Eine um 15 Prozent rückläufige Zahl an Unternehmens-Insolvenzen ist laut dem Statistischen Bundesamt auf die gute und robuste konjunkturelle Entwicklung zurückzuführen.

Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen hat sich 2007 zum vierten Mal in Folge rückläufig verhalten, wie das Statistische Bundesamt Deutschland mitteilte. Mit 29.160 von den Amtsgerichten gemeldeten Insolvenzen wurde ein Rückgang gegenüber dem Jahr davor um 14,6 Prozent verzeichnet. Seit dem Höchststand von 39.320 Fällen im Jahr 2003 sinkt die Zahl kontinuierlich. Im Gegensatz dazu zeigen Insolvenzen von Verbrauchern weiterhin eine steigende Tendenz. So wurden im Vorjahr 105.238 Verbraucherinsolvenzen beantragt, was einer Steigerung von neun Prozent gegenüber 2006 entspricht.

"Wir gehen davon aus, dass die rückläufigen Unternehmensinsolvenzen auf die gute und robuste konjunkturelle Entwicklung zurückzuführen sind", erklärt Wilfried Brust, Insolvenzstatistiker beim Statistischen Bundesamt Deutschland. "Zudem hat es keine nennenswerten Insolvenzen von Großunternehmen gegeben, die Dominoeffekte nach sich ziehen hätten können. Diese blieben im Vorjahr aus, was sich ebenfalls auf die niedrige Zahl an Unternehmensinsolvenzen auswirkte", fährt der Experte fort. Bei den Zahlen über Verbraucherinsolvenzen zeichnete sich im Lauf des letzten Quartals ebenfalls eine Entspannung ab. In den Monaten November und Dezember 2007 verhielten sie sich mit minus 3,2 bzw. minus 11,3 Prozent sogar fallend.

"Die Bereiche Verarbeitendes Gewerbe mit minus 24 Prozent, Baugewerbe mit minus 17 Prozent und der Handel mit minus 14 Prozent verzeichneten den stärksten Rückgang an Insolvenzen", sagt Brust. Besonders robust haben sich die zum Verarbeitenden Gewerbe zählenden Branchen Holzgewerbe, Metallerzeugung und -bearbeitung mit je 43 Prozent weniger Insolvenzen erwiesen, ebenso wie Gummi und Kunststoff mit minus 41 Prozent. Einen starken Rückgang weisen außerdem die Bereiche Hoch-Tiefbau mit einer um rund 31 Prozent geringeren Insolvenzanzahl und der Sektor Handelsvermittlung mit minus 29 Prozent auf.

Die Gerichte beziffern die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger dem Statistischen Bundesamt zufolge mit rund 32 Mrd. Euro. 2006 standen dieser Zahl Forderungen in Höhe von 36 Mrd. Euro gegenüber. Obwohl die Unternehmensinsolvenzen nur etwa knapp 18 Prozent der Insolvenzfälle ausmachten, entfielen auf sie rund 57 Prozent aller Forderungen. Von den insolventen Unternehmen waren 125.175 Arbeitnehmer betroffen, wobei über die Mitarbeiterzahl bei 16 Prozent der betroffenen Betriebe keine Angaben gemacht werden konnten. (pte/mf)

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