Cloud Survey 2011

Unternehmen zögern beim Umzug in die Cloud

Mittwoch den 05.10.2011 um 10:20 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

© © iStockphoto.com/Devy Masselink
Alle Daten auf Cloud-basierte Dienste zu verlagern – das bereitet Unternehmen noch große Kopfzerbrechen. Denn die IT-Entscheider sorgen sich um die Sicherheit. Zudem erfüllt die Cloud in vielen Fällen nicht die Erwartungen.
Die Symantec-Studie State of Cloud Survey 2011 mit 5300 Befragten aus 38 Ländern untersuchte, wie Firmen Cloud Computing annehmen und den einhergehenden Veränderungen bei der IT-Verwaltung begegnen.

Datensicherheit ist demnach für viele Unternehmen eines der wichtigsten Anliegen, wenn es darum geht, in die Wolke zu migrieren. So bezeichneten 80 Prozent der deutschen Studienteilnehmer IT-Sicherheit als größte Herausforderung beim Cloud Computing, gefolgt von Leistung und Systemarchitektur (jeweils 76 Prozent) sowie Backup (71 Prozent). Im weltweiten Vergleich sehen die Befragten diese Punkte ganz ähnlich. Auch hier zählen IT-Sicherheit (80 Prozent) und Leistung (76 Prozent) zu den größten Herausforderungen, gefolgt von Compliance (76 Prozent) und Kosteneinsparungen (74 Prozent).

Laut der Symantec-Umfrage gehen die Meinungen hinsichtlich der Sicherheit in der Cloud auseinander: Sie wird als wichtigste Voraussetzung und gleichzeitig als größte Sorge bei einer Migration angegeben. Als größtes potenzielles Risiko nannten deutsche Unternehmen Schadcode (59 Prozent), gefolgt von Datendiebstahl durch Hacker (56 Prozent). Trotzdem sind sich 87 Prozent sicher, dass der Wechsel in die Wolke keinen Einfluss auf ihre IT-Sicherheit nimmt oder diese sogar verbessert.

IT-Personal nicht bereit für die Cloud

Trotz umfangreicher Überlegungen sehen sich viele Unternehmen bislang noch nicht bereit für die Cloud. Nur ein kleiner Teil der weltweit Befragten (zwischen 15 und 18 Prozent) bewerteten ihre IT-Mitarbeiter als sehr gut vorbereitet für die Migration. Fast die Hälfte aller Studienteilnehmer gab an, ihr IT-Personal sei zu diesem Zeitpunkt noch unzureichend gerüstet.

Lediglich ein Viertel des deutschen IT-Personals konnte bislang Erfahrung mit Cloud Computing sammeln. Zwischen 45 bis 56 Prozent der Mitarbeiter haben damit sehr wenig bis gar keine Erfahrung (weltweit sind es 47 bis 54 Prozent). Viele Unternehmen suchen daher extern nach Rat und Hilfe. Beim Einsatz von hybriden Infrastrukturen oder Plattform-as-a-Service gaben drei von vier Befragten an, dass sie auf Value Added Reseller (VAR), unabhängige Berater, Anbieter professioneller Services oder Systemintegratoren zurückgreifen.

Trotzdem denken viele Unternehmen weltweit über einen Umzug in die Cloud nach. Zwischen 75 und 81 Prozent der befragten Firmen weltweit diskutieren immerhin verschiedene Varianten. Deutschland bleibt mit 14 bis 16 Prozent weit hinter den globalen Ergebnissen zurück. Zu den häufigsten Cloud-Diensten, die Unternehmen in Anspruch nehmen, gehören Mail-Services (darunter Management oder Sicherheit), Security-Management sowie Web- und Instant Messenger-Sicherheit.

Nur wenige Firmen weltweit migrierten ihre Systeme bislang vollständig in die Cloud. Laut Studie waren dies in Deutschland zwischen 15 bis 26 Prozent und weniger als 20 Prozent weltweit. Immerhin 35 bis 47 Prozent deutscher Unternehmen befinden sich derzeit noch in der Test- oder mitten in der Implementierungsphase. Auf der anderen Seite lehnen 19 bis 25 Prozent der deutschen Befragten einen derartigen Schritt bislang gänzlich ab.

Enttäuschte Erwartungen

Die Studie zeigt, dass Firmen, die Cloud-Technologien nutzen, bislang nicht die erhofften Ergebnisse erreichen konnten. So wünschten sich weltweit 88 Prozent, dass ihre IT damit an Flexibilität gewinnt. Jedoch trat das nur bei 47 Prozent der Befragten ein. Mager fielen zudem die Ergebnisse in den Bereichen Disaster Recovery, Effizienz, geringere Betriebskosten und verbesserte IT-Sicherheit aus.

Mittwoch den 05.10.2011 um 10:20 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

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