107910

Unternehmen will Rechner von Kazaa-Usern nutzen

03.04.2002 | 10:33 Uhr |

Das US-Technologieunternehmen Brilliant Digital Entertainment will mit einer eigenen Software die PCs der Kazaa-User zu einem großen Netzwerk bündeln und die dadurch entstehende enorme Rechenkapazität ähnlich wie Seti@home für große und rechenintensive Projekte nutzen. Das geht aus einer ad-hoc-Meldung des Unternehmens an die Security and Exchange Commission hervor.

Das US-Technologieunternehmen Brilliant Digital Entertainment will mit einer eigenen Software die PCs der Kazaa-User zu einem großen Netzwerk bündeln und die dadurch entstehende enorme Rechenkapazität ähnlich wie Seti@home für große und rechenintensive Projekte nutzen. Das geht aus einer ad-hoc-Meldung des Unternehmens an die Security and Exchange Commission hervor.

Brilliant Digital Entertainment hat dazu sein P2P-Programm mit der Musiktausch-Software Kazaa seit Februar zum Download gebundelt. Die Services sollen über eine eigene Tochtergesellschaft, Altnet, abgewickelt werden.

Mit der Aktivierung der Altnet-Software auf den User-PCs entsteht ein eigenes P2P-Netzwerk, das unabhängig von den Musiktauschdiensten arbeitet. Nach Angaben von Brilliant Digital Entertainment muss der User der Aktivierung seines PCs für Altnet zustimmen. Allerdings müssen Benutzer bereits beim Herunterladen der Kazaa-Software den Nutzungs-Bedingungen zustimmen.

PCs mit leistungsfähiger Internet-Anbindung und ausreichend freien Rechenkapazitäten sollen die Schaltstellen des Netzwerkes bilden. Die grundlegende Technologie für Altnet wurde von den Entwicklern der P2P-Software FastTrack, die auch die Basis für Kazaa bildet, lizenziert. Die Software wurde seit Februar mit Kazaa verteilt.

Bisher hat Brilliant Digital Entertainment vor allem 3D-Technologie für Werbung im Internet entwickelt. Der dazu benötigte DigitalProjector wird ebenfalls über Kazaa und Morpheus verteilt.

Mit Altnet steigt das Unternehmen in den heftig umkämpften Markt für Distributed Computing ein. Distributed Computing nutzt freie Rechenkapazitäten, Speicher und Netzwerkverbindungen einer Vielzahl unabhängiger PCs anstelle einer zentralen Infrastruktur für aufwendige Rechenoperationen oder Content-Hosting.

Kazaa Lite: Online-Tausch ohne lästige Internet-Spione (PC-WELT Online, 02.04.2002)

Morpheus setzt künftig auf Gnutella-Netzwerk (PC-WELT Online, 28.02.2002)

Kazaa wieder zum Download (PC-WELT Online, 22.01.2002)

0 Kommentare zu diesem Artikel
107910