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Unterhaltungselektronik-Branche erwartet auch 2006 Wachstum

Nach deutlichen Umsatzsteigerungen in diesem Jahr erwartet die Unterhaltungselektronikbranche auch 2006 zweistellige Zuwachsraten. "Der gesamte Markt der Consumer Electronics (CE) wird um rund zehn Prozent zulegen", sagte der Chef des Branchenverbands gfu, Rainer Hecker, in einem dpa-Gespräch in Nürnberg. Im Bereich der klassischen Unterhaltungselektronik - ohne Handys und Computer - werde das Wachstum sogar deutlich über zehn Prozent liegen.

Wachstumsmotoren seien die weitere Digitalisierung der Produkte und die sportlichen Großereignisse wie die Olympischen Winterspiele und vor allem die Fußball-Weltmeisterschaft. Daneben erwartet Hecker besonders im vierten Quartal 2006 einen Sondereffekt durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer ab 2007. "Davon werden wir auf alle Fälle profitieren", sagte er.

Schon gegenwärtig verzeichnet die Branche nach Angaben der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) eine rege Nachfrage und geht zuversichtlich ins Weihnachtsgeschäft. Der CE-Gesamtmarkt in Deutschland werde 2005 um sieben Prozent auf rund 21 Milliarden Euro wachsen. Im Bereich der klassischen Unterhaltungselektronik rechne man dabei mit einer Steigerung um 12 Prozent auf mehr als 12 Milliarden Euro Umsatz. Die bisherigen Prognosen würden damit sogar übertroffen, sagte Hecker.

Die dynamischste Entwicklung erlebt nach Heckers Worten derzeit der Markt für Fernsehgeräte. Er werde zunehmend dominiert von Flachbild-Fernsehern mit größeren Formaten. Die neuen Technologien LCD und Plasma verzeichneten imposante Steigerungsraten. Die Umstellung auf das Breitbildformat ist in vollem Gange", sagte der Vorstandschef des TV-Geräte-Herstellers Loewe. Die digitale Übertragung führe zu besserem Bild und Ton. "Und der nächste Qualitätssprung, das hochauflösende TV, ist schon am Horizont zu sehen."

In diesem Jahr würden 1,8 Millionen Exemplare der innovativen Geräte verkauft, ein Plus von 140 Prozent. Die Konsumenten seien bereit, dafür deutlich mehr Geld auszugeben, sagte Hecker. Zunehmend sei eine "vorgezogene Ersatzbeschaffung" zu verzeichnen: ""Man kauft etwas Neues, obwohl es das alte Gerät noch täte." Bei den LCD-Geräten könne es daher sogar zu Lieferengpässen kommen. Zugleich verlangsame sich der Preisverfall. "Allerdings kommen auch mehr Wettbewerber auf den Markt", unterstrich Hecker.

Bei DVD-Recordern und Festplattenrecordern rechnet die gfu mit einer Steigerung von knapp 80 Prozent auf 1,5 Millionen verkaufte Geräte in diesem Jahr. Bei den tragbaren Audiogeräten seien vor allem MP 3-Player gefragt. Knapp 7,5 Millionen solcher Geräte würden verkauft (plus 135 Prozent). Zu den Umsatzrennern im Weihnachtsgeschäft dürften daneben erneut digitale Fotokameras zählen. Im Gesamtjahr werden die Bürger der gfu zufolge rund acht Millionen davon kaufen, eine Million mehr als 2004.

Für privat genutzte Mobiltelefone schätzt die Branche die Verkaufszahlen auf rund 20 Millionen (plus 11 Prozent). Im nächsten Jahr erwarte man weitere Impulse, wenn neue Dienste - etwa Live- Bilder von der Fußball-WM aufs Handy - angeboten würden. Notebooks für Privathaushalte warten laut gfu in diesem Jahr mit einer Stückzahlsteigerung von mehr als 35 Prozent auf und werden mit knapp zwei Millionen den klassischen PC erstmals übertreffen.

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