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Vodafone-Update verändert ungefragt HTC Desire

06.08.2010 | 12:08 Uhr |

Vodafone hat für das HTC Desire ein Update bereitgestellt, das ungefragt Vodafone-Apps aufspielte, die sich nicht mehr entfernen lassen. Außerdem wurden die Desire-Smartphones nachträglich mit einem Vodafone-Branding versehen.

Die Wogen schlagen hoch auf der Facebook-Seite von Vodafone : „Bye Vodafone nach zwölf Jahren!“, „Wer Android-Smartphones mit einem tiefgreifenden Netzbetreiber-Branding inkl. Zwangsapplikationen versehen will, hat die Idee hinter Android... nicht verstanden“, „Mogelpackung“, „Stoppt Vodafone!“ und „Ich bin seit über 10 Jahren Kunde und das erste Mal so RICHTIG enttäuscht von Vodafone“ sind nur einige Nutzerkommentare, die das jüngste Vodafone-Update für das HTC Desire hervorrief.

Vodafone hatte Mitte der Woche für Smartphones vom Typ HTC Desire ein 19,4 Mb großes Update zur Installation bereit gestellt, das offensichtlich die Versionsnummer 1.24.161.3 trägt . Viele Desire-Besitzer vermuteten darin das heiß ersehnte Update auf Android 2.2 Froyo und starteten die Installation. Und erlebten ein böses Erwachen.

Denn anstelle von Android 2.2 rutschten Vodafone-eigene Anwendungen auf das Desire. Dabei handelt es sich um die „ Vodafone 360 Services “, mehrere Apps unter einer gemeinsamen Oberfläche, mit denen man diverse Feeds aus Social Networks, Kontakten, Nachrichten sowie Spiele, Musik und Fotos verwalten kann. Zudem präsentiert sich das Desire nach Abschluss der Installation mit einem Vodafone-Logo! Es wurde also nachträglich gebrandet. Außerdem bekam der Smartphone-Browser Vodafone-Bookmarks verpasst.

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen: Die zwangsweise installierten Apps lassen sich nicht mehr entfernen (so was kommt übrigens öfters vor. Uns ist ein Fall bekannt, bei dem eine Xing-App auf einem nichtgebrandeten Motorola Milestone im Rahmen eines Firmware-Updates installiert wurden, die sich nicht mehr deinstallieren lässt). Zudem berichten einige Anwender, dass der Akku schneller leer werden würde (vielleicht weil die neuen Apps ständig im Hintergrund mit dem Internet kommunizieren?) und SMS doppelt vorhanden seien.

Vodafone hat die Auslieferung des Updates mittlerweile gestoppt. Das Unternehmen entschuldigt sich auf seiner Facebookseite : „Liebe Vodafone Fans: Bitte entschuldigt, dass wir ohne Ankündigung ein Update für Android 2.1 des HTC Desire veröffentlicht haben. Wir wissen, dass ihr alle auf FroYo (Android 2.2) wartet. Das aktuelle Update war nötig, um die VF 360 Services nachzuliefern, die schon ab Launch des HTC Desire allen Kunden zur Verfügung ...stehen sollten. Das FroYo Update werden wir euch in naher Zukunft zur Verfügung stellen.“

Allerdings liefert Vodafone keine Angaben dazu, ob und wie man das Update wieder rückgängig machen kann. Und es gibt noch kein konkretes Datum für das Froyo-Update.

Carmen Hillebrand, Pressesprecherin Consumer & Social Media von Vodafone, antwortete auf Nachfrage der PC-WELT: „Wir haben das Ausrollen des Android 2.1. Vodafone 360-Updates gestern gestoppt - nicht zuletzt auch wegen der massiven Kritik der Kunden. Derzeit arbeiten wir mit Hochdruck an dem Android 2.2-Update, das wir in Kürze ausrollen wollen. Derzeit ist eine Deinstallation des Brandings nicht möglich.“

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